Die Europäische Währungsunion existiert nunmehr seit einigen Jahren, was es ermöglicht, eine erste Bewertung dieses bedeutenden Experiments makroökonomischer Politikgestaltung vorzunehmen. Das Hauptaugenmerk dieser Studie gilt hierbei der Frage, wie es möglich wäre von einem dauerhaften Zustand des Niedrigwachstums, welcher den Beginn der EWU zu kennzeichnen scheint, zu einem stärker wachstumsorientierten Politikrahmen zu gelangen, welcher sich gleichzeitig mit der Forderung der Europäischen Zentralbank (EZB) nach niedriger Inflation vereinbaren ließe.
Die Autoren sind durchaus optimistisch, was die Chancen der Europäische Währungsunion angeht, höheres Wirtschaftswachstum und Beschäftigung zu erzeugen. Voraussetzung hierfür allerdings ist, dass existierende Institutionen, besonders auf den Arbeitsmärkten, ernster genommen werden als es noch bis vor kurzem der Fall war. Gewerkschaften und zentral koordinierte Lohn- und Tarifverhandlungssysteme sind keineswegs Hindernisse für eine reibungslos funktionierende EWU, sondern haben sich im Gegenteil zu ihren tragenden Pfeilern entwickelt.
Bob Hancké