Mit der Debatte um den "Standort Deutschland" und die Wettbewerbsfähigkeit deutscher Unternehmen auf den Weltmärkten wird der Stellenwert von Arbeit in der industriellen Produktion neu thematisiert. Bei vielfach kontroversen Positionen besteht Einigkeit darin, daß sich seit Anfang der 80er Jahre eine neue Etappe in der Geschichte industrieller Rationalisierung anbahnt. Im Unterschied zu den im letzten Jahrzehnt alternativ diskutierten Entwicklungen - "mannlose Fabrik" mit Abwertung versus "Facharbeiter-Renaissance" mit Aufwertung der Arbeit - zeichnet sich heute ein differenziertes Bild unterschiedlicher Prinzipien der Nutzung von Arbeitskraft ab. Sie existieren nebeneinander und sind Ausdruck einer neuen strukturellen Heterogenität industrieller Produktion. In diesem Band werden die Konturen dieser neuen Entwicklungen umrissen: Behandelt werden neue Formen qualifizierter Produktionsarbeit ebenso wie neue Trends im Bereich restriktiver Arbeit. Ein besonderes Augenmerk wird auf neue Belastungen und Risiken gelegt, die bei nicht-tayloristischen Formen der Rationalisierung entstehen. Die Resultate aus qualitativen Untersuchungen werden ergänzt durch die Auswertung repräsentativer Befragungen.