Thangka übersetzt man ganz einfach mit Rollbild. Tibetische Thangkamalerei ist traditionell an zwei Rundhölzern befestigt, in einen edlen Brokat eingenäht und mit Seidenstoff geschützt. Thangkas lassen sich somit Platz sparend aufbewahren – bis der rechte Zeitpunkt zum Entrollen gekommen ist. In den unwegsamen Höhen Tibets konnten auf diese Weise die Malereien leicht von einem Kloster zum anderen transportiert werden, zumeist auf dem Rücken von Yaks aber auch zu Fuß.
Die Motive der Thangkas entstammen überwiegend dem tibetischen Buddhismus und zeigen u.a. Buddhas, Mandalas, Dakinis, Taras, Boddhisattvas, als Ausdruck einer weitreichenden und auf die innere Entwicklung zielenden Symbolwelt. Heute sind Thangkas begehrte Sammlerstücke, aber auch gesuchte Meditationsvorlagen für Menschen, die sich dem Buddhismus öffnen.
Wolfgang Jünemann
Buddhistisches Rollbild Thangka