Um den Anforderungen der sich ankündigenden „Lerngesellschaft“ gerecht zu werden und eine den „Standort Deutschland“ gefährdende Bildungskatastrophe abzuwenden, erhofft sich der Staat durch „intelligentes Sparen“ einen mit pädagogischem Aufgabenzuwachs garnierten Reformschub, der auf ineinander greifende systemische Zusammenhänge setzt und listig auch wich-tige Forderungen der pädagogischen Avantgarde aufnimmt. Demgegenüber verdichtet sich bei vielen BildungsarbeiterInnen die Erfahrung, daß sich eine den Menschen prägende ‚Bildung‘ - vor allem der heranwachsenden Generation – längst in hohem Maße außerhalb der Gehäuse ihrer Institutionen ereignet. Diese Bildungsprozesse neben und quer zu den Institutionen, die wir in Anlehnung an die französische Diskussion als „transversale Bildung“ bezeichnen möchten, müssen auch als Widerstand begriffen werden, dort nicht zum bloßen Mittel für einen fremden Zweck gemacht zu werden. Transversalität meint dabei keine einfache Negation des Institutionellen, sondern die Fähigkeit, de-ren Potenziale quasi ‚umzuleiten‘ in neue Formen einer gleichermaßen Bildung des Sozialen wie Bildung am Sozialen.