Konventionelle Systeme an Bord von Flugzeugen haben häufig nur eine einzige Funktion.
Die elektrische Energiebereitstellung erfolgt mittels Generatoren an den Triebwerken, der so
genannten Auxiliary Power Unit (APU) und mit Batterien. Zur Tankinertisierung wird ein so
genanntes Fuel Tank Inerting System (FTIS) eingesetzt. Das benötigte Wasser wird in
zusätzlichen Tanks an Bord des Flugzeuges gespeichert. Diese einzelnen Systeme erhöhen
das Gewicht des Flugzeuges und machen die Flugzeugarchitektur komplizierter. Der Einsatz
von Brennstoffzellensystemen im Flugzeug bietet die Möglichkeit, die Funktionen
Energieumwandlung, Wasser- und Inertgaserzeugung mit Hilfe eines einzigen Systems zu
gewährleisten. Wegfallen können Wassertanks, die konventionelle APU und das FTIS.
Generatoren und Batterien können kleiner dimensioniert werden. Diese Maßnahmen
verringern den Kraftstoffverbrauch, erhöhen die Gesamteffizienz eines Flugzeuges und
ermöglichen einen emissionsarmen Betrieb von Flugzeugen im Flug und besonders am
Boden. Aus wirtschaftlicher Sicht können am Flughafen kostenintensive Ausrüstungen wie
zum Beispiel die zum Wiederbefüllen der Wassertanks eingespart werden. Außerdem
werden durch den Wegfall der erwähnten Systeme die Anschaffungs-, Wartungs- und
Betriebskosten von Flugzeugen sinken. Das Forschungszentrum Jülich hat im Rahmen
dieses Vorhabens einen Beitrag zur technologischen Weiterentwicklung solcher
Brennstoffzellensysteme leisten können. Die Luftfahrtindustrie hat außerdem das Ziel, in
zukünftigen Flugzeuggenerationen alternative Kraftstoffe in Brennstoffzellensystemen zu
verwenden. Dabei kommt z.B. ein alternativer, synthetischer Kraftstoff in Frage, der nach
dem so genannten Bio-To-Liquid (BTL)-Verfahren hergestellt worden ist, und der
Spezifikation von Kerosin genügt. Dadurch erhöht sich die Relevanz der
Brennstoffzellentechnik bezüglich der Schonung und Bewahrung der Umwelt weiter. Das
Forschungszentrum Jülich hat in diesem Vorhaben den Einsatz solcher Kraftstoffe in
Brennstoffzellensystemen erforscht
J. Pasel
Fuel Processing HT-PEFC Kraftstoffanalyse