Texturierte und raue Oberflächen erhöhen signifikant die Lichtführung in Solarzellen.
Die Weiterentwicklung und Optimierung von diesen Nanostrukturen
ist daher essentiell für die Steigerung der Effizienz von Dünnschichtsolarzellen.
In der Vergangenheit wurden durch klassische bzw. makroskopische Untersuchungsmethoden,
wie z. B. die Bestimmung des Hazes oder winkelaufgelöste
Streumessungen, wesentliche Entwicklungsrichtungen vorgegeben. Diese liefern
aber keine eindeutigen Erklärungen für die optische Verbesserung der Systeme,
da sowohl Schichtdicken als auch Strukturgrößen der Dünnschichtsolarzellen
die Wellenlängen des Lichts im sichtbaren Spektralbereich unterschreiten. Die
Bedeutung der lokalen Nanostrukturen und ihr Beitrag zur lokalen Absorptionsverstärkung
wird durch makroskopische Untersuchungen nicht aufgelöst. In
der vorliegenden Arbeit werden erste nahfeldmikroskopische Untersuchungen
an Nanostrukturen für die Photovoltaik mit einem optischen Rasternahfeldmikroskop
vorgestellt. Diese gewähren einen Einblick in die lokalen, optischen
Eigenschaften der für die Photovoltaik relevanten Oberflächen. Die Untersuchung
der Lichtführungseigenschaften der Schichtsysteme spielt eine zentrale
Rolle. Evaneszente Felder, die auf Grund von Totalreflexion an den Grenzflächen
auftreten, werden durch die Nahfeldmikroskopie messbar und liefern einen bedeutenden
Hinweis auf die lokale Lichtführung. Im Rahmen dieser Arbeit werden
Zusammenhänge zwischen der lokalen Oberflächenstruktur und den optischen
Nahfeldeffekten bzw. evaneszenten Feldern aufgezeigt. Hierbei findet eine Identifizierung
von Strukturmerkmalen der stochastisch texturierten Oberflächen statt,
die den lokalen Lichteinfang verbessern. Damit sind erste Grundsteine gelegt,
um eine Verbindung zwischen den mikroskopischen, optischen Effekten an der
Oberfläche und der makroskopischen Leistungsfähigkeit einer Dünnschichtsolarzelle
zu ziehen. Des Weiteren liefert die Messung ein dreidimensionales Abbild
der elektrischen Feldverteilung jenseits der Probenoberfläche. Dieses dient als
Vergleichskriterium, um die Realitätsnähe rigoros gerechneter Simulationen zu
untermauern. Hierbei wird eine außerordentliche Übereinstimmung zwischen Experiment
und Simulation festgestellt. Die Simulationen bieten einen Einblick ins
Material, der zunächst experimentell verborgen bleibt. Dadurch können u.a. die
Absorptionsverstärkung auf Grund der Oberflächentextur und die Eigenschaften
selektiver und diffraktiver Filter studiert werden
Thomas Beckers
Elektrodynamik FDTD-Simulation Nanostrukturen