Eine Untersuchung der »Entjudung« der hamburgischen Wirtschaft, die seit 1936/37 systematisch vorangetrieben wurde und 1938 ihren Höhepunkt in einem Bereicherungswettlauf »arischer« Interessenten erreichte.
Nach 1933 leiteten die Nationalsozialisten einen der größten Besitzwechsel der neueren deutschen Geschichte ein. Allein in Hamburg mussten über 1.500 jüdische Unternehmer ihr Eigentum aufgeben. Ihre Betriebe gingen in »arischen« Besitz über oder wurden liquidiert.
Dr. Frank Bajohr, Historiker in der Forschungsstelle für Zeitgeschichte in Hamburg, untersucht die »Entjudung« der hamburgischen Wirtschaft, die seit 1936/37 systematisch vorangetrieben wurde und 1938 ihren Höhepunkt in einem Bereicherungswettlauf »arischer« Interessenten erreichte. Der Autor zeichnet exemplarisch sowohl Initiativen zur Enteignung als auch Reaktionen der jüdischen Unternehmer nach. Er schildert das Verhalten staatlicher Behörden und der wirtschaftlichen Selbstverwaltung, des NSDAP-Gauleiters und Reichsstatthalters Kaufmann und einzelner Parteigliederungen, nicht zuletzt auch der Erwerber des Eigentums der entrechteten Juden.
Als sich während des Krieges die »Arisierung« auf das gesamte Eigentum der europäischen Juden ausdehnte, gehörten über 100.000 Hamburger zu den unmittelbaren Nutznießern dieses Raubes.
Link: Forschungsstelle für Zeitgeschichte in Hamburg
Frank Bajohr