Die strategische Unternehmensführung ist eingebettet in ein sich stets wandelndes und dynamisches Beziehungsgeflecht von Einflußgrößen. Vor diesem Hintergrund muß es einer erfolgreichen strategischen Führung gelingen, ein Fließgleichgewicht zwischen der Entwicklung der relevanten Unternehmensumwelt und des Unternehmens selbst herzustellen. Die zentralen Wettbewerbsstrategien Differenzierung und Kostenführerschaft müssen dazu im Rahmen eines dynamischen Konzeptes der strategischen Unternehmensführung unter den Aspekten ihrer Zeitlichkeit erweitert werden.
Die vorliegende Arbeit entwirft hierzu ein strategisches Konzept der Zeitführerschaft auf der Basis fundamentaler Diskussionen der Entwicklung der strategischen Führungslehre und des Zeitbegriffes. Letzterer wird über die Grenzen der wirtschaftswissenschaftlichen Diskussion hinaus interdisziplinär begründet. Hieraus entwickelt sich ein Basis zum Verständnis der Einflußnahme von Zeitaspekten auf die Entwicklung von Unternehmen in ihren Beziehungsgeflechten.
Das Konzept der dynamischen Unternehmensarchitektur basiert auf der Strategie der Zeitführerschaft. Letztere stellt eine klare Erweiterung des Strategiekonzeptes nach M. Porter dar und legt den Grundstein für eine Prozeßstruktur des Unternehmens mit einer hohen eingebauten Flexibilität. Die organisatorische Umsetzung erfolgt in der Parallelisierung von Prozessen, der Beschränkung auf Kernkompetenzen, der Harmonisierung differenter Systemdynamiken und der Flexibilisierung der Leistungserstellung durch Netzwerkstrukturen.
Die praktische Relevanz der dynamischen Unternehmensarchitektur ist für mittelständische Unternehmen als auch für Großkonzerne direkt nachvollziehbar. Insofern bietet die vorliegende Arbeit Ansatzpunkte für die praktische Strategiearbeit.
Christoph Zacharias
Dynamik Flexible Strukturen Unternehmensarchitektur