Seit über 100 Jahren wird in deutschen Parlamenten über die Gestaltung des Staatsbürgerschaftsrechts gestritten.
Sebastian Edathy, Soziologe und Bundestagsabgeordneter, analysiert fünf Debatten aus dem Zeitraum von 1870 bis 1999 und zeigt auf: Das Ringen um die Definition des Staatsvolk-Begriffes ist Ausdruck der Suche nach der eigenen Identität, der jüngst erfolgte Abschied von der Absolutheit des Abstammungsprinzips ein erster Schritt auf einem langen Weg der Selbstfindung.
„Ich kann dem Autor nur zustimmen, wenn er sich eine auch über das Parlament hinausgehende Debatte über all diese Fragen wünscht. In diesem Sinne wünsche ich seinem Buch Erfolg und den Lesern fruchtbare Auseinandersetzung mit seinen Thesen. Uns allen wünsche ich die damit verbundene und notwendige Erweiterung der Diskussion über die bisherigen Grenzen des staatsbürgerlichen Denkens hinaus, das bisher oft zu sehr in Deutschland verbleibt, statt sich an menschenrechtlichen Grundfragen einer globalisierten Welt zu orientieren.“
(Aus dem Vorwort von Bundesjustizministerin Dr. Herta Däubler-Gmelin)
Aus dem Inhalt:
Vorwort von Herta Däubler-Gmelin
Einleitung
Zur Fragestellung
Exkurs: Norbert Elias‘ Theorie über Etablierten-Außenseiter-Beziehungen
Historische Parlamentsdebatten über Änderungen von Voraussetzungen für Erwerb und Verlust der deutschen Staatsbürgerschaft
Die Debatten des Reichstags des Norddeutschen Bundes vom 25. Februar, 12. März und 20. Mai 1870
Die Reichstagsdebatten vom 23./27. Februar 1912 und vom 28./29./30. Mai und 25. Juni 1913
Die Reichstagsdebatte vom 15. September 1935
Die Bundestagsdebatten vom 3. Dezember 1953 und vom 21. Oktober und 8. Dezember 1954
Die Bundestagsdebatten über eine Reform des Staatsbürgerschaftsrechts vom 12. November 1998 sowie vom 19. März und 7. Mai 1999
Zusammenfassung
Ausblick
Literatur und Quellen
Anhang (Gesetzestexte)
Nachwort von Hans-Peter Waldhoff
Sebastian Edathy