Wong Kar-wai sticht durch seinen persönlichen Stil aus dem ostasiatischen Kino hervor. Er verdichtet Momentaufnahmen zu hoch aufgeladenen Atmosphären, verweigert sich nur äußerlich motivierten Plots und kreist um den Verlust von Zeit, Geschichte und Identität. Kennzeichnend für Wongs Weg sind existenzielle und ästhetische Ausbruchsversuche, um die eigene Filmsprache auf fremdem Terrain neu zu entdecken, sei es als Selbsterprobung im neuen Genre, wie beim Martial-Arts-Epos "Ashes of Time" (1994) oder im anderen Land wie bei der Hollywood-Produktion "My Blueberry Nights" (2007). Das vorliegende Heft legt die verführerische Filmkunst dieses Regisseurs offen, die Intimität seiner Blicke, die Musikalität seiner Montage und die fragilen Selbstentwürfe seiner entwurzelten Figuren.
Roman Mauer
Roman Mauer, geb. 1974 ist wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Filmwissenschaft Universität Mainz. Studium der Filmwissenschaft, Allgemeinen und Vergleichenden Literaturwissenschaft und Ethnologie; Promotion 2004 mit einer Studie zum Werk Jim Jarmuschs. Seit 2005 Gastdozent und Gutachter an der HFF München; seit 2009 auch an der HFF "Konrad Wolf" Babelsberg.
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