Diese Arbeit untersucht die Aussprache von englischen Vokalen und Konsonanten (d.h. auf segmentaler Ebene) bei vier ethnischen Gruppen in Russland: Russen, Tataren, Baschkiren und Udmurten, mit dem Hauptfokus auf dem Einfluss der ethnischen Erstsprachen (L1) und der Rolle des Russischen als zusätzliches L1. Zunächst wird ein soziolinguistischer Kontext bereitgestellt, der die ethnolinguistische Vielfalt Russlands, die Sprachpolitik und die Rolle des Englischen in einer mehrsprachigen Gesellschaft untersucht. Durch eine kontrastive Analyse der phonetischen und phonologischen Systeme des Englischen und der ethnischen Sprachen der untersuchten Gruppen (Baschkirisch, Russisch, Tatarisch und Udmurtisch) werden potenzielle Bereiche des L1-Transfers und der Variation identifiziert. Der Kern der Studie besteht in der empirischen Forschung, basierend auf Aufnahmen von 98 Informanten, die den Text “The boy who cried wolf” lasen. Diese Aufnahmen wurden anschließend mit akustischen und auditiven Methoden analysiert. Die Ergebnisse zeigen Tendenzen der intra- und intergruppalen Variation und verdeutlichen, wie Faktoren wie L1-Transfer, die Rolle des Russischen als sekundäres L1, die Exposition gegenüber Englisch und der standardisierte Englischunterricht in Russland zu diesen Unterschieden beitragen. Insgesamt bietet die Studie wertvolle Einblicke in die Komplexität der englischen Aussprache bei verschiedenen ethnischen Gruppen in Russland und trägt zu einem tieferen Verständnis der Entstehung von Nicht-Muttersprachler-Akzenten und des Sprachtransfers in mehrsprachigen Kontexten bei.
Ilshat Sharafutdinov
Russian English World Englishes Bashkir Tatar Udmurt Bashkortostan