Ein an individuellen Fähigkeiten und Neigungen orientierter Personaleinsatz kann als Kernelement der schon so oft apostrophierten 'Organisation ad personam' angesehen werden. In diesem Zusammenhang stellen insbesondere personenorientierte Stellenbildungen - gemessen an einem Kontinuum individualisierender vs. kollektivierender Gestaltungsmaßnahmen - einen in der Forschung bislang empirisch vernachlässigten sowie theoretisch umstrittenen Extrempunkt dar. Folgt man der aktuellen Managementliteratur, so sollten sich jedoch in den letzten Jahren zahlreiche organisatorische Bedingungen dergestalt entwickelt haben, daß eine weitestgehende Individualisierung des Personaleinsatzes auch jenseits oberster Führungspositionen oder ausgesuchter Spezialistenrollen zunehmend möglich und notwendig wird. Vor dem Hintergrund der allgemeinen Individualisierungsdiskussion in den Bereichen Organisation und Personal geht die vorliegende Arbeit der Frage nach, ob und inwiefern eine zunehmende Individualisierung des Personaleinsatzes als gradueller Trend tatsächlich Geltung beanspruchen kann. Angesichts erstaunlicher erfahrungswissenschaftlicher Mängel gerade im deutschsprachigen Raum leistet das Buch eine systematische Inventur der wenigen bislang vorliegenden internationalen empirischen Befunde. Im Rahmen einer vom Autor durchgeführten explorativen Personalleiterbefragung werden Bedingungen, Einfallschneisen und nicht zuletzt Relativierungen im deutschen Kontext untersucht. Über die Diskussion von aktuellen normativen Sichtweisen und eine kritische Auseinandersetzung insbesondere mit der Transaktionskostentheorie der Organisation werden problemspezifische Fragen und Perspektiven entwickelt sowie weitergehende organisationstheoretische Implikationen aufgedeckt. Im Zentrum des Interesses steht dabei das Spannungsverhältnis von Individualisierung und Organisierung sowie die Frage nach gegenstandsangemessenen Erklärungsstrategien hinsichtlich einer zunehmenden Individualisierung der Organisation.
Stefan Röllinghoff