Der erst 34jährige Michael Triegel sucht in seinen Bildern die Auseinandersetzung mit früheren Epochen der Malerei, speziell mit der italienischen Renaissance, dem Manierismus und der caravaggesken Malerei in Italien. Ausgehend von diesen Vorbildern entwickelt er eine eigenwillige Bildsprache, die in ihrer Technik provozierend traditionell wirkt.
In seinem Werk, das inzwischen über 70 Gemälde, zahlreiche Aquarelle, Zeichnungen und Radierungszyklen umfaßt, finden sich alle herkömmlichen Gattungen: Porträt, Landschaft und Stillleben, sowie mythologische Historien. Triegel greift Symbolgehalte auf, die er mit diversen Kunstgriffen wie dem Trompe-l'oeil variiert und auch verrätselt. Darüber hinaus greift er auf verschiedene Modelle traditioneller religiöser Malerei zurück, die vom ikonischen Andachtsbild bis zur großformatigen Altartafel reichen.
In überspitzter Selbstinszenierung wird der Maler bisweilen selbst zum Modell und präsentiert sich dem Betrachter in diversen Rollen. Durch die Verbindung von technischer Bravour und intellektuellem Kalkül tritt er in regelrechte Konkurrenz mit seinen historischen Vorbildern.
E Beaucamp
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