Unter dem Titel »Was wir uns künftig nicht mehr leisten können« greift Kristina Schröder, ehemalige Bundesfamilienministerin und stellvertretende Vorsitzende des ThinkTanks REPUBLIK21, in der WELT die »Solidargemeinschaft« an. Sie hinterfragt, ob umfangreiche Sozialleistungen wie Schulbegleitungen oder 24-Stunden-Assistenzen noch angebracht und finanziell zu rechtfertigen seien. Diese ermöglichen Menschen, die auf Pflege und Unterstützung angewiesen sind, ein selbstbestimmtes Leben zu führen.
In MaroHeft #24 begeben sich Jan Kuhlbrodt und Katrin Bittl, die beide im Rollstuhl sitzen, auf Konfrontationskurs mit der kapitalistischen Leistungsgesellschaft. Der Autor beschreibt seine Erfahrungen mit Inklusion sowie der sogenannten Barrierefreiheit und analysiert die Zusammenhänge zwischen Ökonomie und Teilhabe. Und er weist nach, was hierzulande nicht nur für behinderte Menschen gilt: Du darfst nicht mehr kosten, als du einbringst. Ein Gemeinwesen also, in das man lieber nicht inkludiert werden will. »Exkludiert Euch!« fordert auch die Münchener Künstlerin Katrin Bittl mit ihren provokanten Bildern, in denen sie nicht nur ihre Lebensrealität einfängt sowie Fragen nach Abhängigkeit und Intimität stellt, sondern auch den Müßiggang feiert.
Jan Kuhlbrodt
Jan Kuhlbrodt, geboren 1966 in Chemnitz, studierte politische Ökonomie und Philosophie in Leipzig und Frankfurt am Main und war Student des Deutschen Literaturinstituts. Er schrieb mehrere Dramen, die unter anderem am Projekttheater in Dresden aufgeführt wurden. Der ehemalige Redakteur der Literaturzeitschrift Ostragehege und Herausgeber von EDIT lebt heute in Leipzig, wo er zusammen mit Jayne-Ann Igel die Reihe Neue Lyrik im poetenladen herausgibt und als freier Schriftsteller arbeitet.
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