Bildauswahl und Texte: Albert Kohl und Br. Heribert Arens
Seit im Jahr 1952 von der DDR das Sperrgebiet an der innerdeutschen Grenze errichtet wurde, lag die alte Wallfahrtsstätte Hülfensberg mit dem Franziskanerkloster nicht nur im 5-Km-Sperrgebiet, sondern seit Februar 1962 auch im 500m-Schutzstreifen. Das Ziel tausender Pilger durch die Jahrhunderte wurde unerreichbar - für Bürger der Bundesrepublik Deutschland ebenso wie für fast alle Bürger der DDR. Außer den Bewohnern von Bebendorf und Döringsdorf benötigte jeder Besucher des Hülfensberges einen Passierschein - und der wurde nicht eben großzügig vergeben. Zu den vier großen Wallfahrten durften jeweils abgezählte 1.000 Besucher, Bewohner des eichsfeldischen Sperrgebietes, auf den Berg pilgern. Sie mussten sich zuvor in Listen eintragen lassen.
Ab Ende der 1970er Jahre hat der in Eschwege wohnende Albert Kohl mit Eichsfelder Herkunft viel fotografiert - immer von der Westseite des Grenzzaunes aus und auch bei gelegentlichen offiziellen Einreisen in die DDR im Eichsfeld außerhalb des Sperrgebietes. Nach der Grenzöffnung am 9. November 1989 hat er auf beiden Seiten der ehemaligen Grenze eine Vielzahl von Bildern gemacht.
Eine Auswahl dieser Bilder ergänzt durch einige Bilder, die ihm für sein Archiv und zur Verwendung überlassen wurden, liegt auf dieser DVD vor. Sie dokumentieren die Entwicklung eines Ortes, des Hülfensbergs, seiner Umgebung und der Menschen aus der fast totalen Isolation in die Freiheit. Sie zeigen eindrucksvoll, wie ein Ort wieder aufblüht, den eine Jahrhunderte alte Tradition geprägt hat, der auch in der Zeit des kommunistischen Regimes geblüht hat - wenn auch stiller und unauffälliger.
Aus dem Inhalt:
1. Vor der Grenzöffnung
A. Vom Werraland zwischen Wanfried und Eschwege auf das hinter den DDR-Grenzsperranlagen gelegene Eichsfeld und den Hülfensberg
B. Aktivitäten
C. Erlebnisse im Eichsfeld vor der Grenzöffnung
D. Hülfensbergbilder 1988/1989
2. Die Grenzöffnungszeit - nach dem Wegfall der Sperrgebiete am 10. November 1989
A. Besuch des Hülfensbergs am 11. November 1989
B. Grenzzaunöffnung für Fußgänger bei Großtöpfer am 18. November 1989
C. Grenzzaunöffnung für Fußgänger bei Döringsdorf am 25. Dezember 1989
D. Grenzzaunöffnung für Fußgänger bei Kella am 30. Dezember 1989
3. Begegnungen und Ereignisse in der ersten Zeit nach der Grenzöffnung
A. im Hülfensberg- und Nahbereich
B. auf dem Hülfensberg
4. Bau- und Restaurierungsarbeiten; Ausklang
A. Bau- und Restaurierungsarbeiten auf dem Hülfensberg und unterhalb
B. Ausklang
1989 20 Jahre danach Eichsfeld Hülfensberg Wendezeit 1989