RUSSISCH BROT, ein bezeichnender Name, für eine Art trockenes, glaciertes Keksgebäck, bei Zubiss zerbröselnd, der Geschmack irgendwie unbestimmbar, doch erträglich, aber eben erst nach dem Zerstörthaben der Buchstabenkost, am besten unter Zugabe von Trinkbarem: Schwarztee soll am optimalsten auf den Geschmacksnerv wirken, berichten Kenner, selbsternannte, denn die RBL (Russisch Brot Liga) harrt noch ihrer Gründung und UNesken Anerkennung.
RUSSISCH BROT, der Titel für eine Sammlung Erzählungen aus kürzlich vergangenen Tagen, pittoresk, komisch, manchmal absurd und traurig, immer wieder spannend und erinnernd, dass wir es waren, die als Figuren in diesem Spiel „Sozialismus und Wende genannter Übergang - zu wohin?" auf dem Spielbrett des Lebens geschoben wurden und auch selbst schoben. Geschichten aus dem Alltag hier und dort, im Osten Deutschlands und in der ebenfalls verschwundenen Sowjetunion, erzählt von einem, der von sich behaupten darf: Ich bin dabei gewesen - Walter Stallinger!
Lutz Nitzsche Kornel
Der Autor wurde am 29. September 1933 im slowakischen Bratislava geboren. Aufgewachsen in der Slowakei und im Süden der Tschechischen Republik, kam er 1946 in den Osten Deutschlands. Hier erwarb er eine höhere Schulbildung und war von 1960 bis 1989 als Lehrer für Deutsch, Russisch und Englisch tätig. Später wirkte er als freiberuflicher Dozent für Sprachen.
Walter Stallinger schrieb in seiner Freizeit bereits eine Vielzahl von Kurzgeschichten, in denen sich zumeist Biographisches mit Geschichtlichem und Erfundenem mischt. Zudem verfasste er zahlreiche Wort-, Gedanken- und Sprachspielereien satirisch-politisch-philosophischer Art sowie einen humorvollen „Politouristischen Leitfaden“ in Vierzeilern á la Wilhelm Busch.
Walter Stallinger