Patrice C. McMahon McMahon Das NGO-Spiel

Das NGO-Spiel

von Patrice C. McMahon

Zur ambivalenten Rolle von Hilfsorganisationen in Postkonfliktländern

EUR 35,00

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Beschreibung

In den meisten Postkonfliktländern verorten sich für einen gewissen Zeitraum diverse internationale Nichtregierungsorganisationen (NGOs), ausgestattet mit Geld und den besten Absichten. Und doch: Ihre Präsenz wirkt hinsichtlich einer stabilen Friedenskonsolidierung nicht selten kontraproduktiv, so die These McMahons. Das NGO-Spiel handelt von den unbeabsichtigten und häufig negativen Ergebnissen internationaler Friedenskonsolidierung. Patrice C. McMahon untersucht, wie der NGO-Boom Postkonfliktgesellschaften prägt, und nimmt dafür die Entwicklung und das Verhalten lokaler Akteurinnen und Akteure näher in den Blick. Längst sind NGOs nicht ausschließlich für die akute Nothilfe zuständig, die Beschäftigten arbeiten für eine Reform der Bildung oder für den Aufbau der Demokratie. Oft sollen sie sich auch um ethnische Aussöhnung kümmern, Vergangenheitsbewältigung begleiten und für die Gleichstellung der Geschlechter sorgen. Das heißt, NGOs sind mittlerweile ein wichtiger Bestandteil der internationalen Friedensarbeit und teilen implizit die liberale Mission westlicher Regierungen. Nach einiger Zeit ziehen die NGOs zu anderen Krisenherden weiter. Da sich die Postkonfliktländer allzu häufig auf die Arbeit der NGOs verlassen, bedeutet ihr Weggang, dass eine »losgelöste Zivilgesellschaft« entsteht bzw. ein Umfeld, in dem lokale Gruppen bei der Suche nach Unterstützung und Orientierung den Blick eher nach außen richten statt ins Innere der eigenen Gesellschaften. McMahons empirische Untersuchungen vor Ort, ihre zahlreichen Interviews mit Menschen im Kosovo und in Bosnien, aber auch z. B. in Vietnam, stützen die provokante These der Autorin, dass NGOs nicht so sehr eine Hilfe bei der Schaffung dauerhaften Friedens sind, sondern vielmehr Teil der anhaltenden Probleme in postkonfliktuellen Gesellschaften.
In den meisten Postkonfliktländern verorten sich für einen gewissen Zeitraum diverse internationale Nichtregierungsorganisationen (NGOs), ausgestattet mit Geld und den besten Absichten. Sie nehmen sich kaum lösbarer gesellschaftlicher Konflikte an, sind nicht nur für die akute Nothilfe zuständig, sondern häufig auch für den Aufbau der Demokratie, für die ethnische Aussöhnung und für die Vergangenheitsbewältigung. Nach einiger Zeit ziehen die NGOs weiter und hinterlassen eine „losgelöste Zivilgesellschaft“.

Das NGO-Spiel handelt von den unbeabsichtigten und nicht selten negativen Ergebnissen der Friedenskonsolidierung.

McMahons empirische Untersuchungen in verschiedenen Postkonfliktländern, ihre zahlreichen Interviews mit Menschen im Kosovo, Bosnien, aber auch z.B. in Vietnam, stützen die provokante These der Autorin, dass NGOs nicht so sehr eine Hilfe bei der Schaffung dauerhaften Friedens sind, sondern vielmehr Teil der anhaltenden Probleme in postkonfliktuellen Gesellschaften.

Autor*in

Patrice C. McMahon
Patrice C. McMahon ist Associate Professor für Politische Wissenschaften an der University of Nebraska-Lincoln.

Themen in »Das NGO-Spiel«

Nichtregierungsorganisation Balkan Bosnien Kosovo Nothilfe Postkonfliktgesellschaft Friedenskonsolidierung Friedenssicherung Friedensarbeit Mission Krisenherd Krisenregion Krisengebiet

Stimmen zu »Das NGO-Spiel«

Details

ISBN: 9783868543315
Verlag: Hamburger Edition, HIS
Erscheinung: 11.03.2019

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