Deutschlandweit fallen im Zuge der Holzernte und nachgelagerten -verarbeitung jährlich beachtliche Mengen Baumrinden, insbesondere Nadelholzrinden, an, die derzeit im Vergleich zum Holz lediglich in geringem Umfang stofflich genutzt werden. Bedeutende Abnehmer stellen Erdenwerke dar, die die Rohrinden für den Einsatz im Garten- und Landschaftsbau verarbeiten. Mit dem Ziel, weitere, stofflich sinnvolle Verwertungsmöglichkeiten des Rohstoffs Rinde zu erschließen, finden aktuell national wie international umfangreiche Forschungsarbeiten statt.
Die vorliegende Arbeit entstand im Büsgen-Institut, Georg-August-Universität Göttingen und beschäftigt sich mit der anteiligen Verwendung von getrennt vom Holz aufgearbeiteten Rindenpartikeln der Baumarten Fichte (Picea abies Karst.) und Kiefer (Pinus sylvestris L.) in Harnstoffformaldehydharz (UF-Harz) gebundenen Spanplatten. Mit dem Ziel, einen möglichst großen Anteil knapper Nadelholzspäne zu substituieren und folglich einzusparen, wurde u. a. untersucht, wie sich die unterschiedlichen Rindenarten und -anteile auf die physikalisch-technologischen Eigenschaften sowie die nachträgliche Formaldehydabgabe der Werkstoffe auswirken.
Das Motiv zur systematischen Untersuchung von Rinden hinsichtlich ihres Potenzials zur Spanplattenherstellung begründete sich durch die die Holzwerkstoffindustrie aktuell betreffenden Problematiken Rohstoffverknappung und Formaldehydabgabe von mit Aminoplastharzen gebundenen Holzwerkstoffen.
Carola Link
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