Manufacturing Execution Systems (MES) sind produktionsnah operierende IT-Systeme, die die Produktivität von Produktionsanlagen und die Qualität der Produktions- und Geschäftsprozesse erheblich steigern können. Voraussetzung hierfür ist eine genaue Analyse der Prozesse und konkrete Definition der Unterstützung durch das MES. Zudem ist bei der Prozessanalyse eine genaue Abgrenzung zu treffen, welche Funktionalitäten durch das MES oder durch andere Softwaresysteme, wie bspw. einem Enterprise Ressource Planning System (ERP), realisiert werden sollen. Hierbei muss auch das Zusammenspiel der verschiedenen Softwaresysteme spezifiziert werden.
Mit der MES-Modelling Language (MES-ML), deren Entwicklung, Spezifikation und Evaluation Gegenstand dieser Dissertation ist, wurde eine domänenspezifische, grafische Modellierungssprache für die interdisziplinäre Anforderungserhebung an und funktionale Spezifikation von Manufacturing Execution Systems auf Basis der BPMN 2.0 entwickelt. Sie ermöglicht es, in effektiver und effizienter Weise MES im Kontext der relevanten Prozesse und Systeme für alle Beteiligten präzise und verständlich zu spezifizieren. Damit kann sie die Kommunikation zwischen den verschiedenen Unternehmensbereichen sowie zwischen MES-Anwendern und -Anbietern bei der Lasten- und Pflichtenhefterstellung erheblich verbessern.
Grundlage für die Entwicklung waren unter anderem Anforderungen von MES Kunden, Systemlieferanten und Automatisierern. Die Spezifikation der MES-ML erfolgte in Form semi-formaler Metamodelle, welche die Entwicklung einer aufbauenden Werkzeugunterstützung für die Modellierung mit der MES-ML erleichtern. Zudem wurde die MES-ML in verschiedenen MES-Projekten in der Praxis evaluiert. Hierbei wurde der hohe erzielbare Nutzen durch die Anwendung der MES-ML bestätigt.
Maria Witsch
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