Dieser Band der Trilogie "Würde, Wahn und Widerstand" handelt von den inneren und äußeren Widersprüchen des Lebens, die sich im Generationskonflikt manifestieren, aber auch in Angstneurosen und Phobien, in psychosomatischen Krankheiten wie Magersucht und Münchhausensyndrom. Der Autor, Nervenarzt und Arzt für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie, der als Hochschullehrer an mehreren in- und ausländischen Universitäten (u.a. Wisconsin-Univ. Milwaukee, Lomonossov-Univ. Moskau) den Zusammenhang von Psyche und Hirnaktivität untersuchte, gibt hier seine Einsichten in die zwiespältige Psyche des Homo ambiguus in anregender Form wieder. Ein Teil der Gedichte stammt aus studentischer Sturm- und Drangperiode, andere sind den deutsch-deutschen Umständen geschuldet, die ihn wie seinerzeit den französischen Dichter Villon sein Land verlassen ließen. Sie reflektieren die Sehnsucht über Trennmauern im Genre satirischer Lyrik, die Heinrich Heine auferstehen und bedauern lassen, dass sich an der preußisch-berlinerischen Kriegsmentalität so wenig geändert hat. Im Kulturvergleich mit den alten Persern wird deutlich, dass der ideologisch-religiöse Überbau repräsentiert, wozu das stammesgeschichtliche Erbe von Macht- und Profitgier den Menschen treibt. Dagegen steht das mitfühlende und um Gerechtigkeit bemühte Programm im Menschen mit seiner veranlagten Fähigkeit zur sozialen Kooperation und zum aufopferungsvollen Einsatz für eine global gerechtere Welt, den uns heute die Vernunft mehr denn je gebietet. In einem selbstironischen Testament à la Bruder Villon hinterlässt der Autor den Hinterbliebenen nichts weniger als seinen Körper als Ersatzteillager. Die anderen zwei Teile der Trilogie: "Evolution und Religion" Von der Würde des Homo religiosus und der Würde von Stammzellen (ISBN: 978-3-86805-713-3) und "Obamas Seiltanz - Friedens- kontra Kriegskultur" Ein lyrisch-prosaischer Appell an die Vernunft im historischen Abriss seit dem Serbien-Kosovo-Krieg (ISBN: 978-3-86805-714-0)
Rainer Sinz
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