Ein schillerndes Leben zwischen Sozialismus und Kapitalismus. -
Persönliche Lebensumstände zwingen den Halbwüchsigen Ole Kosche zur Flucht über die deutsch-deutsche Grenze, von wo er rasch den Sprung in sein gelobtes Land, die USA schafft. Er fühlt sich unwillkommen und schon bald bringen seine Erfahrungen im Vietnamkrieg die große Ernüchterung. Voller Rache gegen die Gesellschaft nimmt er nach seiner Rückkehr seine Zukunftsplanung in die Hand und wird teils illegalerweise, teils dank seiner Intelligenz und Cleverness im Land der unbegrenzten Möglichkeiten ein vermögender Mann. Der Autor nimmt sehr dezidiert Stellung zu politischen und wirtschaftlichen Entwicklungen. Der Unterhaltungswert ist hoch und erotische Sequenzen geben dem Buch zusätzlich eine prickelnde Note. - "Der Republikflüchtling" mutet wie ein erfüllter Wunschtraum an. Und doch: Erst als Ole Kosche nach der Wende 1990 erstmals in die alte Heimat zurückkehrt und alte Jugendfreunde ihn mit offenen Armen empfangen, erhält das bislang Erreichte einen wirklichen Wert. Auch die Menschen, die in Kosches Leben eine Rolle spielen, machen dieses Buch liebenswert, weil es dem Autor gelungen ist, ihre Charaktere lebhaft und nachvollziehbar zu beschreiben.
Reimer Loop