Für den Zeitraum von der römischen Eroberung im Jahre 241 v.Chr. bis zum 6. Jh. n.Chr. wurden 63 ländliche Nekropolen Siziliens in einem ausführlichen Katalog erfaßt und im Kontrast zu städtischen Gräbern betrachtet. Dabei ging es vor allem um die zeitliche Entwicklung des ländlichen Grabkults und der Siedlungsdynamik. In hellenistischer Zeit gab es kleine agrarische Siedlungen und wenige Gräberfelder mit schwer auffindbaren Erdgräbern ohne oberflächliche Markierung im Gegensatz zu nicht-monumentalen Gräbern mit reichen Beigaben in Städten. Im 1. Jh. v.Chr. und n.Chr. entstanden Luxusvillen und sekundäre Siedlungen, deren Gräber weitgehend fehlen, während in Städten der Beigabenreichtum abnahm und erste Grabmonumente aufkamen. Vom 2.-4. Jh. erzwang eine Krise die Bildung großer Landgüter, die große oder kleine Gräberfelder mit allenfalls geringen Beigaben besaßen, während die Einfallstraßen der Städte mit aufwendigen Grabbauten der Elite gesäumt waren. In der Spätantike verwischte sich überall der Unterschied Stadt-Land zugunsten von großen, hierarchisch differenzierten Katakomben und Gräbern an Kirchen ohne Grabmarkierung oder Grabmonument.
Baas Philipp
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