Mit seinen Arbeiten Setzt der chinesische Maler Cheng Yuzheing einen Schnitt durch das, was tagtäglich an Bildern auf dem einem wie dem anderen Bildträger an den Augen vorbeiflutet – sei dies nun die jüngste Kriegsberichtserstattung oder die traute Harmonie eines auf einer ‚echtfarbigen’ Postkarte angepriesenen Urlaubsortes.
Gegen die dumpfe Nähe der gewohnten medialen Bilder, in der sich kaum mehr entscheiden lässt, was man sieht, stellt er eine ruhige und gefasste Malerei, die entrückt auf den Bruch zwischen Wirklichkeit und Bildwirklichkeit blickt. Gegenüber dem vergehenden Blick in Zeitungen oder auf Fernsehschirme gelingt es diesem ausgeweiteten malerischen Blicken,
etwas zu sehen.
Chengs Bilder sind Orte, vor denen man innehält, die sich fordernd auftun und aus der medialen verstreichenden Echtzeit herausstehen.
Christian Malycha