In stetem Wechsel von Gereimtem und Ungereimtem erzählt Ingo Lükemann seine Humoresken. Dabei mündet seine pointierende Übertreibung oft in Ironie, die ihn selber, den selbsternannten Tidostrapoeten, nicht ausnimmt. Das Missverstehen, das Scheitern, die Selbstüberschätzung, alles wird von einem Humor getragen, der nicht nur das Menschlich-Allzumenschliche sichtbar macht, sondern prototypisch auch das jeweils Timmendorferische.
Jede Geschichte hat ihre (Entstehungs-) Geschichte. Von diesem Tenor getragen, geben die verbindenden Zwischentexte schonungslos Biographisches und Lokales preis. Das nimmt weder die Familienhunde Paulchen und Emma noch den Bürgermeister aus.
Überall schimmert der handwerkliche Prozess der Textentstehung durch, die Ich-Form schafft einen persönlichen, fast intimen Kontakt zum Leser, der so manches „nicht weitersagen“ darf. Dabei ist die saloppe „Locker vom Hocker“-Erzählweise behilflich.
Selbst in dem Nachtrag, in dem er den „lieben Leser“ mit Beispielen für seine „lesbare Lyrik“ erwärmen will, gibt der familiäre Ton einen das Verständnis erhellenden Hintergrund.
Ingo Lükemann