Inhaltsverzeichnis:
Konstantin Wecker
Mikis Theodorakis – Gedichte sind Musik
Hans-Eckardt Wenzel
Mikis Theodorakis – Gedichte eines Komponisten
Die Gedichte
Tote Epoche
Schuberts Unvollendete
Das Haus mit den Skorpionen
Das All wird ein endliches sein
Grüße oder Ich ertrinke in allen Flüssen der Nacht
Weihnachten 1944
Ostria – Südwind
Erotisches Lied
Fünf Soldaten
Weise ab was du liebst ...
Kleine Narzissen
Stimme der Stille
Dino Mais / Siao
Widmung
An die Sehnsucht
An meinen Tod
Sterbliche! Sterbliche!
Weine nicht mehr
Der Ikarusse Gesang
Eine Lüge
So duftete die Erde nach einem kurzen Frühlingsregen
Nächtliches
Ich und sie
Odysseus
Ich liebe dich – anders kann’s nicht sein
Kleine Fantasie
Verwundete Nachtigall
Kleine Anemonen
Das Grün des Frühlings
Diese wunderschönen Augen
Sag, was du willst
Die Falle
Zusammenhanglose Anmerkungen
Liedtexte
Ich hatte drei Leben
Neruda Requiem
Margarita
Junger Held
Boot auf hoher See
Aus dem Zyklus «Eros und Thanatos», 1946
Worte der Liebe
Wenn du die Sonne um Freude ersuchst
Aus dem Zyklus «Lied des toten Bruders»
Eines Abends
Der Traum
Verratene Liebe
April
In den Gärten
Die Kette
Pavlos und Nikolios
In Anatolien
Dionysos
Gefängnis
Der Kühlschrank
Vision
Der Bär
Aus dem Zyklus «Beatrice auf der Straße Null»
Straße Null
Beatrice, hör auf zu lachen
Das Lied der Erde
Aus dem Zyklus «Lieder des Kampfes», 1970
Weil er den Anweisungen nicht folgte
Und vergiss nicht Oropos
Aus dem Zyklus «Für Alexandros Panagoulis», 1976
Er war allein
Rote Rose
Aus dem Zyklus «Reise in die Nacht», 1978
Jetzt, da die Blumen sterben
Lieder des Widerstands
Die Front
Die Sonne
Das Meer
Andreas-Lieder
Du bist Grieche
Wir sind zwei
Zeit zu sehen
Das Schlachthaus
Sonne und Zeit
Sonne und Zeit
Sonne und Zeit (Entwürfe)
Anhang
Ina Kutulas: Tryptichon
Der Junge mit dem Roller
Geht Theodorakis an
Jetzt Nicht Jetzt
Editorial
Von Asteris Kutulas und Raphael Irmer
GLOSSAR
Quellen und Verweise
Die Herausgeber
Mikis Theodorakis
Die meisten denken bei Theodorakis nicht zuerst an »Zorbas«. Sie denken an einen charismatischen Mann, der in den 70er Jahren auf der Bühne stand für die Freiheit seines Landes, für die Freiheit des Wortes, für den Traum von Freiheit, von dem sein großes Publikum beseelt war. Dieses Publikum und dieser Künstler taten das Beste, was sie tun konnten, um die Diktatur abzuschaffen, die ihnen nicht passte: Weltweit, in Hunderten Konzerten sangen sie gemeinsam, sie waren fähig zum Dialog. Authentisch und stark – Theodorakis sah man Kreta an und Makronisos, Zatouna, Athen, das unbezwingbare Griechenland, Paris, London, Tel Aviv, Sydney, die Welt. Und: »Zorbas The Greek«.
Zum 1964 unter der Regie von Michael Cacoyannis entstandenen Film (nach dem Roman von Nikos Kazantzakis) mit Anthony Quinn hatte Theodorakis die Filmmusik geschrieben, die ikonisch wurde wie auch die Filmszene. Seitdem stehen sie für die befreiende Kraft des Tanzes: Zorbas neben der zerschellten Minen-Rutsche, was den finanziellen Ruin des Unternehmens bedeutete; dem Desaster trotzend, breitet Zorbas die Arme aus, fordert seinen entmutigten Partner auf: »Come on«, zelebriert einen »Sirtaki«. Theodorakis schenkte der Welt die Frische dieser Musik – und damit den Lebensmut, den ganz Griechenland wenige Jahre später, zur Zeit der Junta brauchte und den es in Theodorakis‘ sehr dynamischen, vor allem aber auch in den sehr lyrischen Liedern fand. Der Schizophrenie der Diktatur widerstanden diese von den Obristen verbotenen Lieder durch die griechische Identität, die sie enthielten. Es war zugleich die kulturelle Identität aller, die diese Lieder als Schlüssel annahmen, um die Tore der Mauern jeglicher Diktatur zu öffnen.
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