Jebrael Nokandeh Nokandeh Neue Untersuchungen zur Sialk III-Periode im zentraliranischen Hochland

Neue Untersuchungen zur Sialk III-Periode im zentraliranischen Hochland

von Jebrael Nokandeh

Auf der Grundlage der Ergebnisse des „Sialk Reconsideration Project“

EUR 69,90

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Beschreibung

In der vorliegenden Arbeit wurde das im Rahmen des SRP ausgegrabene Material der Sialk-III-Zeit analysiert und anhand dieser Ergebnisse die materielle Kultur der Sialk III-Zeit klassifiziert und geordnet sowie regional und überregional beschrieben. Die Sialk-III-Zeit ist eine selbständige Tradition mit ihrem Kerngebiet auf dem zentraliranischen Hochland, die sich stufenweise aus der vorherigen Sialk-II-Zeit entwickelt hat und bis in die proto-elamische Zeit reichte. Sie lässt sich auf Grund neuer C-14 Daten und Materialanalysen in drei chronologische Abschnitte gliedern, nämlich in die Früh- (4100[?]-3950 v. Chr.), Mittel- (3950-3750 v. Chr.) und Spät-Sialk-III-Zeit (3750-3350 v. Chr.), die jeweils mit Spät-Ubaid, Früh- und Mittel-Uruk in Mesopotamien gleichgesetzt werden können. Die Keramikproduktion in dieser Zeit besteht zu großen Teilen aus hart gebrannter, bemalter, beiger feiner Ware, die vor der Sialk-III-Zeit unbekannt war. Die Keramik wurde auf der Drehscheibe hergestellt, aber auch handgemacht. Knickwandgefäße, die vom Oberteil des Umbruchbereichs bis zur Öffnung bemalt sind, kommen in großer Zahl vor. Das Musterrepertoire umfasst geometrische, florale, zoomorphe und anthropomorphe Darstellungen, die hier regionale Leitmotive bilden. Aufgrund der aufgefundenen Brennöfen, Waren, Formen und Muster lässt sich hier eine regional einheitliche Keramiktradition und eine fortgeschrittene Entwicklung der Keramiktechnologie im zentraliranischen Hochland beobachten. In der späten Sialk-III-Zeit wurden erstmals in Masse produzierte Gefäße wie Glocken- und Blumentöpfe verwendet, die als Merkmale des sog. „Uruk –Phänomens“ bezeichnet werden. Die Herstellung und Verwendung von Massenkeramik wird häufig als Beleg für eine hochspezialisierte Arbeitsteilung gedeutet, die ein wesentliches Merkmal komplexer Gesellschaften ist. Diese Hinweise stützen auch einen indirekten überregionalen Kontakt zwischen dem Zentralplateau und der Susiana-Ebene sowie Mesopotamien zur Mittel Uruk-Zeit, kaum aber während der Spät-Uruk-Zeit. Bisher wurde angenommen, dass Kontakte zur Susiana-Ebene und Mesopotamien erst in der Sialk-IV Zeit zustande kamen, wobei Sialk IV ein späturuk-zeitlicher „Aussenposten“ gewesen sein soll. Jedoch dürfte während dieser Zeit die protoelamische Kultur im zentraliranischen Hochland verbreitet gewesen sein. Mit der neuen Evidenz aus dem späten Sialk III ergibt sich, dass Kontakte zur Susiana und zu Mesopotamien schon früher zustande kamen. Zudem zeigt sich nunmehr, dass eine bislang als intrusiv interpretierte graue Keramik, die in Teppeh Ghabrestan vorkommt, einen integralen Bestandteil der mittleren und späten Sialk-III-Assemblagen darstellt. Der eindeutig lokale Charakter dieses Materials schließt daher die an den vermeintlich „intrusiven“ Status angeschlossene Migrationshypothese aus. Darüber hinaus wurde in den Schichten der frühen Sialk-III-Periode im Tappeh „Sialk –Süd“ keine sogenannte „Plum Ware“ dokumentiert. Ein wichtiges Merkmal der Sialk-III-Kultur ist die ausgeprägte metallurgische Aktivität, welche von der Lagerung des Erzes bis zur Endfertigung in Sialk beobachtet werden kann. Die Kupferverhüttung wurde in Tiegeln des Ghabrestan- und Qaleh Gušeh-Typs durchgeführt. Auch die Bearbeitung von Silber, Gold und Blei konnte dokumentiert werden, die für Vorderasien in dieser Zeit kaum bekannt ist. Administrative Gebäude aus der Sialk-III-Zeit wurden zwar nicht ergraben, die Vorkommen von Stempel- und Rollsiegeln und ihren Abdrücken können jedoch als Hinweise auf eine Verwaltung und Kontrollausweise herangezogen werden. Dazu erfordert Metallverarbeitung als technisch komplexer Vorgang einen hohen Grad an Organisation, und lässt daher den Bestand kontrollierender Instanzen vermuten. Damit liegt die Existenz einer administrativen Elite in der Sialk-III-Zeit nahe. Ferner tragen die Trennung der Wohn- von den Handwerksbereichen und die Spezialisierung und Standardisierung der Keramik- und Metallproduktion dazu bei, dass der Sialk-III-Zeit eine proto-urbane Gesellschaftsstruktur zugewiesen werden kann.

Autor*in

Jebrael Nokandeh

Themen in »Neue Untersuchungen zur Sialk III-Periode im zentraliranischen Hochland«

Iran Kashan Tappeh Sialk

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Details

ISBN: 9783866244979
Verlag: Winter Industries
Erscheinung: 18.08.2010

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