Der Kampfsporttrainer und Erfinder des HaTra-Mentaltrainings SiFu Klaus Haas gibt in diese spannenden Roman Wissen und Erfahrungen aus über 30 Jahren Kampfsporttraining wieder. Ein einzigartiges Buch für Kampfsportfreunde.
Vorwort
Ich hatte gerade mein erstes Buch, „Die Schatzkammer des Sieges“ veröffentlicht, als Christian und ich wieder einmal in meinem Büro zusammen saßen. Obwohl wir die Schwierigkeiten einer Buchveröffentlichung stark unterschätzt hatten und uns dabei herbe Fehler unterlaufen waren, die Zeit und Geld gekostet hatten, wurden wir mit dem nun vorliegenden Werk entschädigt.
Eigentlich wollte ich mir nun eine Pause gönnen, doch angesichts der Tatsache, dass das Buch jedem der es gelesen hatte sehr gut gefiel, war ich motiviert sofort ein weiteres folgen zu lassen.
Zunächst wollten wir ein Buch, das den Namen „Dao Chi“ tragen sollte, verfassen. Einen Leitfaden der dem Leser ermöglichen sollte, den Daoismus auf leicht verständliche Weise zu verstehen. Dies wäre auch, eine logische Weiterführung des ersten Buches gewesen.
Wir besprachen gerade Design und Inhalt, als der Satz fiel: „Das wird so dick wie ein Roman, es muss kürzer und noch leichter verständlich werden.“
„Ja, ein Roman, das wollte ich schon immer mal machen“, dachte ich laut, zu laut, wie es sich glücklicherweise im Nachhinein herausstellte.
„Alles klar, dann schreib du erst mal den Roman und lass uns das Dao Chi nach hinten schieben.
Mir wächst die Arbeit gerade sowieso über den Kopf“, sagte Christian, der eben erst zum EWTO-Nationaltrainer für Norwegen berufen worden war. So beschlossen wir, das gemeinsame Projekt zurückzustellen, bis der Roman fertig war.
Ich wollte den Lesern gerne etwas über die Kampfkünste erzählen und was ich über sie in nun doch bereits über 30 Jahren erfahren habe. Aber nicht so wie in einem Kampfsport-Lexikon, denn erstens gab es da schon sehr gute und zweitens wer liest denn so etwas wirklich?
Nein, das Wissen musste in eine, spannende Geschichte eingebettet werden und zwar so, dass sie für Laien verständlich, andererseits aber auch für Kenner der Materie interessant war.
Deshalb habe ich versucht, so hoffe ich jedenfalls, für alle einen verständlichen Mittelweg zu gehen.
Es existiert in China ein Mythos über eine geheime Kammer, die der jeweilige Großmeister eines Kung Fu-Stiles, nur für seinen Nachfolger öffnet. Dieser dadurch zur letzten Erkenntnis gelangt und somit zu einem wahren Meister wird. Sie zu finden und ihr Geheimnis zu lüften, würde also das Ziel meines Helden werden.
Begleiten wir also nun Chris Walker, auf seiner Reise. Eine Reise die ihn durch die verschiedensten fremdartigen Länder führt und bei der er sich zu einem Meister der alten Künste entwickelt.
„Kuan Yu“, Schutz-Heiliger der chinesischen Kampfkünste steh ihm auf seinem gefährlichen Weg bei.
Einführung
Solange es Krieger gibt, existiert der Mythos des unbesiegbaren Kämpfers. Dieser ist in der Lage weit mehr Perfektion zu erreichen, als alle anderen.
Die Perfektion in Körper und Geist zu erlangen, war sein oberstes Ziel.
Da dieses Ziel aber eigentlich mit den heute angewandten Methoden nicht oder nur bedingt zu erreichen ist, wird diese Art der Ausbildung ins Reich der Legenden verbannt. Man kann sie heute nur noch in Büchern oder Filmen bewundern, ähnlich wie bei der Legende des „Heiligen-Grals“. Aber dennoch wissen heutzutage noch einige wenige Meister über die letzte Kammer des wahren Meisters Bescheid, in der die Offenbarung auf den Meisterschüler wartet. Doch geben sie ihr Wissen nur an einen ausgewählten Schüler weiter, an den, den sie als ihren Nachfolger auserwählt haben. Auch kennt niemand die genaue Identität der Wissenden, da sie die Öffentlichkeit meiden. Zwar behaupten Kampfkunstlehrer auf der ganzen Welt, dass sie dieses Wissen besitzen, doch fast immer sind es leider nur Lippenbekenntnisse von Scharlatanen, die dem suchenden Schüler das Geld aus der Tasche ziehen wollen. Um dennoch dieses Ziel zu erreichen, jagen viele Kampfkünstler auf ihrer Suche, durch die ganze Welt. Vorzugsweise natürlich durch Asien. Mit dem Glauben, nur dort eine echte Meisterschaft zu erreichen und den Mythos der letzten Kammer zu ergründen.
Ein solcher ist Chris Walker, ein junger Mann, der seit seiner frühen Jugend die verschiedensten Kampfsportarten erlernt hat und in einigen, wie Judo und Taekwondo, Dan-Grade erreicht hatte. Auch im chinesischen VingTsun-Stil, war er lange von verschiedenen Meistern unterrichtet worden und hatte selbst den Titel eines Sifu erlangt.
Ja, er hatte mit den Jahren viel gelernt, keine Mühe war ihm dabei zu groß gewesen, um selbst die oberste Stufe eines Meisters zu erreichen.Obwohl Chris eigentlich mit seinen bereits erreichten Titeln zufrieden sein konnte, kamen dann und wann einige Selbstzweifel. Hatte er wirklich schon alles gelernt was möglich war? Gab es wirklich keine Steigerung mehr für ihn?
Diese Fragen ließen ihn einfach nicht los. Gut, wenn er gerade wieder mal eine Meisterschaft, national oder international, als Mitglied der Taekwondo-Nationalmannschaft Englands gewonnen hatte, gerieten sie wieder in den Hintergrund. Aber oft kam es dabei vor, dass er von Wettkämpfern aus anderen Mannschaften, die hinter vorgehaltener Hand gegenseitig zugeflüsterten neusten Gerüchte von der sagenumwobenen „Letzten Kammer“ des wahren Meisters aufschnappte. Sprach man jedoch einen darauf an, sagten diese oft, es sei ein Irrtum und er müsse sich verhört haben. Denn in der Kampfsportszene wurde man, sobald man dieses Thema anschnitt, nicht mehr für voll genommen. Einer sagte zu Chris sogar: „Da sind ja die 36 Kammern der Shaolin noch realistischer“.
So kam es, dass sogar die meisten anderen Kämpfer seiner Mannschaft Chris zwar aufgrund seiner vielen Erfolge respektierten, anderseits aber oft veralberten und ihm einfach erfundene Gerüchte auftischten. Immer versuchte Chris, diesen neuen Hinweisen zu folgen, die aber dann logischerweise im Nichts und unter dem heimlichen Gelächter seiner Kollegen endeten. Das führte dazu, dass Chris nichts mehr darüber hören wollte und sogar richtig sauer wurde, wenn in seiner Gegenwart darüber gesprochen wurde. Dennoch, insgeheim verlor er seinen Traum nie, eines Tages würde er die eine richtige Spur finden, die ihn seinem Ziel näher brachte, ein „Wahrer Meister“ zu werden.
Verlagsauslieferungen zzgl. Versandkosten.
Klaus Haas