Während kulturwissenschaftliche Gedächtnis- und Erinnerungsforschung seit Jahrzenten floriert, tut eine Theorie technischer Speicher not. Obgleich sie die unabdingbare Bedingung der aktuellen Informationskultur darstellen, sind sie kaum in den Rang expliziter Reflexion erhoben worden. In der Form eines dreibändigen »Handbuchs der Speicherung von Information« (Aachen 2003 bis 2007) hat Horst Völz ein allgemeinverständliches Grundlagenwerk geschaffen.
Nach einleitenden Beiträgen der Herausgeber und der autobiografischen Skizze »Was ich an Neuem schuf« werden in der vorliegenden Publikation speichertechnische und -theoretische Schriften von Horst Völz zugänglich gemacht, die dem Interessenten als verstreute Zeitschriftenbeiträge zumeist nur unter beharrlicher Recherche zugänglich sind. Um die Aura dieser Zeitschriftenbeiträge zu wahren, wurden die Dokumente in ihrer konkreten Anschaulichkeit als Originaltexte aus dem Belegdruckarchiv Völz eingescannt; daraus leitet sich das ungewöhnliche Buchformat ab.
Die Auswahl leistet einen Balanceakt zwischen der hochtechnischen Diskussion von Speichern und ihrer Nachvollziehbarkeit auch für Nicht-Ingenieure und mathematikfernere Leser – ein Drahtseilakt, der die buchstäblich erkenntnistechnisch orientierte Medienwissenschaft, wie sie an den Philosophischen Fakultäten gelehrt und erforscht wird, durchweg bestimmt.
mit einem Vorwort von Johannes Maibaum und Wolfgang Ernst
Wolfgang Ernst
Informationskultur Medienwissenschaft Theorie technischer Speicher