Kalifornien um die Jahrhundertmitte. In einer Spezialklinik erwacht
der Patentanwalt Dr. Jason Brandt aus dem Koma und versucht, sich seiner selbst zu vergewissern und sich zu erinnern. Während dreizehn Tagen vergegenwärtigt er das Scheitern seiner Ehe, das
Zerwürfnis mit dem erbkranken Sohn, besonders aber die Beziehung zu einer geheimnisvollen Fremden, zu der er sich in unbegreiflicher Weise hingezogen fühlt, ohne das Rätsel ihrer Person lösen zu können. In einer Ödipus ähnlichen Blindheit übersieht er manche Hinweise, wie er auch die wahre Natur seines Gefühls verkennt, als sie während einer Mexikoreise zu seiner Geliebten wird. Schließlich verlässt ihn die Fremde ebenso plötzlich, wie sie in sein Leben getreten war.
Ihr scheinbar überraschendes Wiedersehen führt zur Katastrophe
und stürzt ihn aus den Scheingewissheiten in eine dramatische
Identitätskrise. Er muss erkennen, dass sämtliche Strategien, rationale Vorkehrungen und Verdrängungen gescheitert sind. Was bleibt ist seine Frage: „Wer bin ich?“
In einer differenzierenden, klaren Sprache gewinnt der Roman die
literarische Fiktion zurück und entfaltet ein dichtes Geflecht von
Bezügen und Motiven, die um das zentrale Opfermotiv ranken. Der
Bogen spannt sich von den rituellen Menschenopfern der aztekischen Hochkultur über gegenwärtige, teils politisch, teils religiös motivierte Opferideologien bis hin zur künftigen Entwicklung von Imagines: Klone im Dienst der menschlichen Sehnsucht nach
„Jugend ohne Alter“, „Leben ohne Tod.“
I L Ruff