Die amerikanische Minimal Art markiert einen der folgenreichsten Umbrüche in der Kunst der Nachkriegszeit. Sehgewohnheiten und ästhetische Ansprachestrategien, die tief in der abendländischen Kultur verankert sind, wurden durch ihre Grundkonzepte "presence und place" programmatisch außer Kraft gesetzt. Nachdem sie in der Postmoderne-Debatte als letzte Bastion des Modernismus verschrieen wurde, scheint heute eine differenziertere Betrachtung der Minimal Art möglich, die einem gewandelten historischen Interesse Rechnung trägt. Die Anthologie vereinigt zahlreiche weit verstreute Texte von Künstlern (Carl Andre, Dan Flavin, Donald Judd, Robert Morris, Sol LeWitt u.a.), Kritikern und Kunsthistorikern (Anna C. Chave, Clement Greenberg, Michael Fried, Hal Foster, Rosalind Krauss, Donald Kuspit, Barbara Rose u.a.), die hier zum größten Teil erstmalig in Deutsch erscheinen.
Gregor Stemmrich lebt als Kunsthistoriker in Berlin.
Carl Andre