Ein Buch über Jüdische Museen als "Heimatmuseen besonderer Art". Jüdische Museen und musealisierte Synagogen in Deutschland und Österreich, in Großstädten, Kleinstädten und Dörfern, sind immer auch Holocaustmuseen, die das Eigentum derer, die verfolgt und ermordet wurden, für die Besucher ausstellen, deren Eltern oder Großeltern zur Generation der NS-Täter gehörten. Das Buch geht den Befangenheiten und Projektionen im individuellen wie im kollektiven Gedächtnis an den Holocaust am Beispiel Jüdischer Museen und anhand der Irritationen, die sie auslösen, nach, den Geschichten jahrzehntelang "vergessener" Gebäude und zerstörter und erhaltener Gegenstände, den individuellen Lebensgeschichten, den öffentlichen Kontorversen und privaten Phantasmen. Jüdische Museen in Deutschland und Österreich sind keine Instanzen einer richtigen oder falschen Erinnerung, sondern sie sind Symptome für deren Ambivalenzen.
Die Autorin:
Sabine Offe, geb. 1945, Studium der Literaturwissenschaften in Berlin, Amsterdam, Hamburg. Seit 1989 wissenschaftliche Mitarbeiterin im Fachbereich Kulturwissenschaften der Universität Bremen mit dem Schwerpunkt Gedächtnisgeschichte/Jüdische Studien.
Sabine Offe
Archive Deutsch-jüdische Beziehungen Jüdische Museen Neuere Geschichte