Dies ist die Zeit der Etiketten. Ob beim Wein – oder beim Kunstkauf, Sie achten sehr darauf, was drauf steht. Wo aber Etiketten sind, ist auch der Etikettenschwindel nicht weit. Wo Nivea draufsteht, kann Domenig drin sein. Sie passen auf. Was aber, wenn „Nivea und Nivea“ draufsteht? Doppelt aufpassen!
„Eine Zeit meines Lebens, es ist nun schon viele Jahre her, verbrachte ich am südlichen Ende der Mitte Europas in einem Dorf, in dem ich einmal auf-, in das ich aber nicht hineingewachsen war. Es gab dort wenige Dinge, denen ich vertraute: dem Wasser, dem Brot, dem Speck und der Nachtruhe. Und der Niveacreme.” (Gerald Domenig)
Gerald Domenig sagt über seine Fotografie, sie sei die Fortsetzung der Bildhauerei mit anderen Mitteln. Das spezielle Motiv der Nivea nutzt er, um die Medienfrage, die Frage nach Medienfacetten und damit die Frage nach Gastmedien zu stellen. Das Motiv ist speziell, das Thema ganz allgemein: das fotografische Bild.
Museum Ludwig, Köln, Nivea und Nivea, Gerald Domenig, 12. Juni – 10. August 2008
Gerald Domenig