Der Roman „Stirnrunen“ stellt sich dem Versuch einer sensiblen Spannungskonzeption,
die sich individuellen Lebenswegen über vermeintlich
unscheinbare Beobachtungen nähert und dabei tief in die vielfältige
Wahrnehmungswelt seiner einzelnen Figuren eintaucht.
Ihr Protagonist Corvin Fried entwickelt dabei ein lebensbejahendes
Selbstverständnis, das auf dem Hintergrund des Bewußtseins einer
vielgestaltigen Bühne von Lebensentwürfen der Ahnen gewachsen ist, scheut sich aber nicht, bestehende gesellschaftliche Verfahrenheiten in unmittelbar aufkeimenden Konflikten und Reibungsflächen drastisch beim Namen zu nennen.
Späterhin im E-Mail-Wechsel mit einer ihm unbekannten, aber seelenverwandten Frau, bewegt er sich auf einem Waagbalken empfindlicher Wägbarkeiten, als deren Zentrum er vor Augen hält, daß wirkliches Glücksempfinden, wirkliches Glück nur mit einem Höchstmaß an Ernsthaftigkeit, Hingabe und Vertrauen zu erreichen ist. Gundo Vent beschreibt sprachgewaltig und farbenreich, wie stark Familienliebe verbindet - und bindet, wobei jeder Einzelne den Weg im labyrinthischen Alltag zum allerherrlichsten Zustand eines Himmels auf Erden selbst finden muß, um ihn als beglückenden Segen in Erfahrung.
Gundo Vent