Ulla Schütz Schütz Jane

Jane

von Ulla Schütz

Meilensteine zwischen gestern und heute

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Beschreibung

Das Buch beschreibt die Lebensgeschichte einer Frau vom ersten Drittel des 20. Jahrhunderts bis zur Jahrtausendwende. Stammend aus dem ländlichen Raum – einem kleinen oberösterreichischen Dorf – wird Jane hineingeboren in die bescheidene Häuslichkeit eines Nebenerwerbs-Landwirtes. Abgöttisch von den Großeltern geliebt, wird ihre Kindheit dennoch überschattet von den Begleiterscheinungen ihrer unehelichen Geburt. Weil sie begabt ist, wird den Angehörigen der Besuch einer höheren Schule empfohlen – und das zu einer Zeit, wo dies im Dorf noch eine große Ausnahme bedeutet. Schon die Berufsentscheidung verläuft anders, als es sich die junge Jane erträumt hat. Vom Wandel, der sich nach Kriegsende im Dorf vollzieht, wird sie nur indirekt berührt, weil sie dieses schon bald verläßt, um eine berufsbildende höhere Schule in der Stadt zu besuchen. Es ist eine Klosterschule mit Internat. Dort eröffnet sich für das Kind vom Land eine völlig neue Welt, die den Wunsch wachruft, dieser Gemeinschaft (Klostergemeinschaft!) künftighin anzugehören. Erschwerende wie auch wirtschaftliche Umstände im Elternhaus machen es aber zunächst noch unmöglich, diesen Weg zu beschreiten. Als Junglehrerin wird sie vertretungsweise einer Schule zugewiesen, an der Kinder mit Behinderungen unterrichtet werden. Auch ein Kinderheim gehört dazu, das unter geistlicher Leitung steht. Dort gerät Jane in das Spannungsfeld von zwei starken, jedoch sehr konträren Persönlichkeiten. Auf ihre peinigende Frage – Welchen Weg soll ich nun künftig gehen? – findet sie längere Zeit keine Antwort. Als sich schließlich eine dritte, neue Möglichkeit auftut, bleiben die Spannungen mit dem Verbleib am Dienstort auch weiterhin bestehen. Dort sind auch die Höhen und Tiefen ihres Berufslebens angesiedelt – mit Auszeichnung und Hintansetzung, mit positiven Begegnungen und Intrigen, mit Bejahung und Verneinung. – Sie verlebt dort nahezu vier Jahrzehnte im Dienste der Behinderten. Ein weiteres Feld für Konflikte ergibt sich durch ihre Verehelichung mit einem Mann, dessen Familie als Heimatvertriebene dem pannonischen Kulturkreis angehört. Jane muß sich mit dem Phänomen der Großfamilie auseinandersetzen, und das gelingt ihr nur schwer, ihrer Mutter jedoch gar nicht. – Da die junge Jane seinerzeit dem schwerkranken Großvater, der die Vaterstelle vertrat, ein Versprechen abgab, war ihr eigenes Schicksal mit dem der Mutter eng verknotet. Das wiederum ist ein Stein des Anstoßes für die Familie, in die sie einheiratet. Ein weiteres Problem ergibt sich dadurch, daß die Ehe kinderlos bleibt. Jahrelang geht es auf Biegen oder Brechen. Erst mit dem Ableben der Alten enden die Generationskämpfe. Unterordnung ist und bleibt dennoch oberste Maxime. Jane gelingt es mit der Zeit, den familiären Schwierigkeiten mit Sozialengagement entgegenzusteuern. Ihr Aktionsfeld erstreckt sich über den Umgang mit Behinderten weiter hinaus – auch auf die Volkskultur im Rahmen jenes Heimatvereines, dessen Gründungsobmann der Ehemann wird. Diese Betätigung – wenngleich nicht frei von Problemen und Konflikten – schafft den Ausgleich für die fehlende Familie. Die Schwelle zum Alter bereits überschritten, wird Jane durch den plötzlichen Tod des Gatten zur kinderlosen Witwe. Sie, deren Lebensschiff trotz gefährlicher Klippen niemals gekentert ist, meistert auch diesen Schicksalsschlag. Wiederum versucht sie, ihrem Leben neuen Sinn und Inhalt zu geben. Und da sie es gelernt hat, auf die Menschen zuzugehen, ist sie auf der letzten Etappe ihres Weges nicht allein. Mit dem Entwicklungsroman 'Jane' will die Autorin aufzeigen, welch gewaltiger Umbruch sich im vergangenen Jahrhundert vollzogen hat – sowohl im Leben des einzelnen, innerhalb einer Familie, bei einem Volksstamm und darüber hinaus bei der gesamten Menschheit. Dabei werden die Kontraste deutlich zwischen Aufbruch und Verfall, zwischen Bereicherung und Verarmung, zwischen religiösem Überschwang und der Umschichtung der Werte, zwischen Intoleranz und Offenheit im Wandel der Zeit, die innerhalb einer Generation Tafelklassler (Jane verwendete in der ersten Schulstufe noch Schiefertafel und Griffel!) zu Internetsurfern gemacht hat.

Autor*in

Ulla Schütz

Stimmen zu »Jane«

Details

ISBN: 9783865164148
Verlag: Mein Buch
Erscheinung: 07.2005

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