Diese Studie wurde über zwei Perioden von je 5 Tagen im März 2015 und September und Oktober desselben Jahres, in einem Schlachtbetrieb in Norddeutschland durchgeführt. Es wurden die Nachweishäufigkeit von Salmonellen auf Transportern, in und auf Tieren im Wartebereich sowie ein mögliches Festsetzen dieser Flora als inhouse- Flora untersucht. Es wurden Proben während der Transportphase (Transporter und Stiefel der Fahrer) gezogen. Im Bereich der Wartebuchten wurden Schweine beprobt (Rektal- und Hautproben) und Proben aus dem Umfeld genommen (vor und nach der Belegung von Buchten durch die Tiere). Zuletzt wurden Proben von zugehörigen Karkassen in den Kühlräumen genommen. Insgesamt wurden 859 Proben gewonnen, um der Frage des Transfers bis in die Kühlung nachzugehen.
Von 859 Proben waren 52 (6 %) Salmonella- positiv, 4 aus der ersten Untersuchungsperiode, in der nur Tiere aus Beständen der Salmonellen-Kategorie I geschlachtet wurden. Während der zweite Untersuchungsperiode wurden Schweinen aus Beständen der Kat. I und II geschlachtet. Hier waren 48 Proben Salmonella-positiv. Es wurden zwei Serotypen nachgewiesen: S. Derby in einem Prozentsatz von 57,7 (30/52) und S. Typhimurium in einer Anzahl von 42,3 % (22/52). Mittels der PFGE-Methode wurden 6 unterschiedliche Bandentypen identifiziert.
48,1 % (25/52) der positiven Proben wurden von Haut- und Rektal- Tupfern isoliert. Aus dem Umfeld der Wartebuchten nach der Belegung durch die Schweine kamen 21,1 % (11/52) der Gesamtzahl der positiven Proben und vom Transport (Stiefel und Transportböden) 15,4 % (8/52). Die Wartebuchten vor der Belegung und vor der Desinfektion lieferten beide 7,7 % (4/52) der positiven Proben. Weder Proben, die nach der Desinfektion gezogen wurden, noch die beprobten Karkassen in der Kühlung waren positiv. Alle positiven Proben wurden im sog. schwarzen Bereich gefunden. Es konnte kein positiver Nachweis in der Kühlung erbracht werden. Dies könnte an der Technologie des Fleischgewinnungsprozesses liegen.
Insgesamt wurden 30 Lieferungen geprüft. Die Proben aus dem Transport stammen von den Böden der Transporter und den Stiefeln der Fahrer. Insgesamt wurden 56 Transportproben gezogen, von denen sich 8 als positiv herausstellten. Eine Probe kam von einem Transporterboden, die übrigen (7) stammen von den Stiefeln der Fahrer. Es wurden zwei identische PFGE- Bandentypen gefunden, eine in der ersten und die andere während der zweiten Untersuchungsperiode. Beide signalisieren eine Kontamination des Wartebuchtenumfeldes und der Schweine anderer Lieferungen durch die Stiefel. In Konsequenz müssen die Stiefel der Fahrer als ein wichtiger Teil des Kontaminationszyklus und als Vektor der Kontamination durch Salmonellen in den Wartestallungen angesehen werden. Offenbar spielten die Transporter in dieser Untersuchung keine wesentliche Rolle.
Das Wartebuchtenumfeld war häufiger kontaminiert nach der Belegung (11/52) als vor der Belegung (4/25). Salmonella- positive Proben fanden sich vor der Desinfektion (4/52) des gesamten Areals, nach der Desinfektion dagegen wurden positive Proben nicht mehr gefunden.
Die ankommenden Schlachtschweine waren ebenfalls ein wichtiger Teil der Kontamination mit Salmonellen im Wartebereich. Positive Schweine können Salmonella in den Wartebereich einbringen, wobei sie nicht nur das Umfeld kontaminieren, sondern auch eine Kontamination von Tieren anderer Herkünfte führen bewirken können.
Somit können die anfangs gestellten Fragen wie folgt beantwortet werden:
• Ist der Transporter einen Überträger für Salmonella und erfolgt ein Eintrag in den Schlachtbetrieb (sind die Transporter-Oberflächen positiv)? Die Oberflächen der Transporter spielten bei der Übertragung von Salmonellen in den Wartebereich hinein keine größere Rolle.
• Wie weit können Salmonellen aus den Transportern in die Schlachtbetriebstechnologie eingetragen werden? Die Erreger wurden aus dem Transporter in den Wartebereich eingetragen, gelangten nicht allerding in die Kühlung.
• Sind die Fahrer am Kontaminationszyklus beteiligt? Die Stiefel der Fahrer waren ein wichtiger Vektor im Salmonella- Kontaminationszyklus.
• Ist der Wartebereich Salmonella-positiv? Der Wartebereich war vor und nach der Belegung durch die beprobten Schlachtschweine positiv, allerdings nicht nach einer Desinfektion des Bereiches.
• Beeinflussen die Tiere die Diversität der Salmonella-Serovare in der Kette? Es wurden zwei Serotypen gefunden, die in der Schweine-Produktionskette weit verbreitet sind.
Belén González Santamarina
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