Das Ziel der Dissertation war es die Reaktivität des 1,2-Dibromodisilenes (E)- (Eind)(Br)Si=Si(Br)(Eind) (1, Eind = 1,1,3,3,5,5,7,7-Oktaethyl-s-hydrindacen-4-yl) zu charakterisieren. Der anfängliche Fokus lag in der möglichen Nutzung der Ausgangssubstanz zur Erzeugung von Übergangsmetall-Silylidin-Komplexen. Ferner wurde, ausgehend von 1, ein neuartiger synthetischer Zugang zu acyclischen Silylenen etabliert. Drei Vertreter dieser Substanzfamilie, ein Amino- (8-N), ein Phosphino- (8-P) sowie ein Oxosilylen (8-O), konnten vollständig charakterisiert und die Auswirkung der verschiedenartigen Substitution auf die elektronische Struktur der Moleküle untersucht werden. Im Zuge der Reaktivitätstudien des azyklischen Aminosilylens wurde entdeckt, dass eine Zwei-Elektronen-Reduktion zu der Bildung eines Disilin-Dianions (12) führte, der ersten NHC-freien Disilizium(0) Verbindung (NHC = N-heterozyklisches Carben).
Niklas Wienkenhöver
1,2-Dibromodisilene 1,2-Dibromodisilene Acyclic Acyclische Silylene Cyclotrisilen Disilin-Dianion Disilyne-Dianion Silylenes Silylidin-Komplexe Silylidyne-Complexes