- Aspekte des Mg Stoffwechsels bei Wiederkäuern: Absorption, dessen Beeinflussung und Bedeutung für die Abschätzung der Mg Aufnahme -
Magnesium ist ein essentieller Mineralstoff, der nicht hormonal geregelt wird. Die Mg Konzentration im Blut wird unter steady-state Bedingungen bestimmt durch die Mg Absorption (Influx) und den Mg-Bedarf (Efflux) für Wachstum einschließlich Trächtigkeit, Milchsekretion und endogene Verluste. Überschüssiges Mg (Influx > Efflux) wird über die Niere ausgeschieden und entspricht der Differenz zwischen Influx und Mg Bedarf (Efflux).
Mg wird primär im Pansen aktiv resorbiert. Diese Mg Resorption ist essentiell für die Mg Homeostase und wird offensichtlich nicht reguliert. Zwei Aufnahmemechanismen der luminalen Membran des Pansenepithels sind beschrieben worden: Ein PD-abhängiger und ein PD-unabhängiger Mechanismus. Diese Aufnahmemechanismen werden beeinflusst durch die K Konzentration, durch einen raschen Anstieg der Ammoniakkonzentration, durch den pH Wert (Mg Löslichkeit) und SCFA. Eine gestörte Mg Resorption aus dem Pansen wird nicht durch Mg Transport im Dünnoder Dickdarm kompensiert.
Über die Nieren wird über den Bedarf resorbiertes Mg ausgeschieden und die Ausscheidung wird exakt dem Bedarf angepasst. Ein Mg Defizit kann jedoch nicht kompensiert werden, weil eine Mg Mobilisation aus dem Knochen oder eine erhöhte Resorption nicht möglich ist.
Hypomagnesämie (Influx < Efflux) verursacht die klinischen Symptome Tetanie. Es liegen Hinweise vor, dass eine subklinische Unterversorgung mit Mg an der Pathogenese der Gebärparese beteiligt ist.
Die vorliegenden Meta-Analysen über die Mg Verdauung bei der Milchkuh erlauben die Kalkulation der für den Bedarf erforderlichen Mg Menge und Kenntnisse über den Mg Transport eine Erklärung der möglichen Beeinflussung.
Die Empfehlungen für eine bedarfsgerechte Mg Aufnahme sollten überprüft werden.
Es liegen Hinweise vor, dass aktuellen Empfehlungen zu niedrig sind.
Die Erkenntnisse über die Funktionen des Mg, die Prinzipien der Mg Homeostase und die Ergebnisse der Meta-Analysen ermöglichen Empfehlungen über eine bedarfsgerechte Mg Aufnahme mit dem Futter sowie eine Abschätzung der möglichen Beeinflussung.
Christina Fach
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