Die hier vorliegenden Studien wurden durchgeführt, um 1) die visuelle Beurteilung des vaginalen Ausflusses mit Hilfe eines Vaginoskops und 2) die manuelle Untersuchung des Zervix Durchmessers zu evaluieren. Beide Studien basieren auf einem in vivo und einem in vitro Versuch.
In der ersten Studie wurden 380 Holstein-Friesian Kühe von drei Untersuchern zweimalig zwischen dem 21 und 27 Tag in Milch mittels Vaginoskopie (VE) untersucht. Der Scheidenausfluss wurde mit Hilfe einer 4-Punkt-Klassifikation beurteilt (0 = klarer Schleim, 1 = Schleim mit Flecken von Eiter, 2 = Ausfluss mit weniger als 50 Prozent Eiter, 3 = Ausfluss mit mehr als 50 Prozent Eiter). Kühe mit einem Ausfluss von 0 wurden als gesund und Kühe mit einem Ausfluss von 1 bis 3 als an klinischer Endometritis erkrankt eingestuft. Die Wiederholbarkeit der Ergebnisse bei einer Skala von 0 bis 3 sind moderat für den einzelnen Untersucher und zwischen den verschiedenen Untersuchern. Die Prävalenz der klinischen Endometritis war zwischen den drei Untersuchern vergleichbar (VE 1: 42,6 %, 34,8%, 38,7 %; VE 2: 46,8 %, 36,9 %, 43,7 %). Die transrektale Palpation (RR = 0,96 - 1,03) sowie die Erfahrung des Untersuchers (RR = 0,9 - 1,1) hatten keinen Einfluss auf die Ergebnisse der vaginoskopischen Untersuchung.
In einer in vitro Studie wurden 33 Bilder als Referenzstandard verwendet, um die Sensitivität und die Spezifität zu ermitteln. Die Bilder zeigen gelbe und rosa Bereiche in bestimmten Prozentsätzen als Referenzstandard. Eiter wurde als gelb und die Schleimhaut, einschließlich des klaren Schleims, als rosa Bereiche dargestellt. Diese Bilder wurden visuell durch 30 Untersucher via Power Point (Experiment 1) und 23 Untersucher via einer simulierten vaginoskopischen Untersuchung (Experiment 2) unter Verwendung der gleichen 4-Punkt-Klassifikation beurteilt. Die Sensitivität lag bei 99,6 % und 96,3%, die Spezifität bei 96,7% und 90,1 % im Versuch 1 und 2.
In der zweiten Studie haben drei Untersucher 64 Holstein-Friesian Kühe zwischen dem 2 und 5 Tag in Milch und zwischen dem 21 und 27 Tag in Milch durch transrektale Palpation untersucht. Für die Berechnung der Sensitivität und Spezifität wurden Ultraschall generierte Messungen als Referenzstandard verwendet. Eine Zervix >7,5 cm wurde als zu groß eingestuft. Der Korrelationskoeffizient nach Pearson zwischen den Ergebnissen der drei Untersucher und der Ultraschalluntersuchung lagen bei r = 0,71, 0,74 und 0,51. Die Ergebnisse der drei Untersucher wichen nur geringgradig voneinander ab und waren vergleichbar mit den Ultraschallergebnissen. Der Variationskoeffizient zwischen den Untersuchern und der Ultraschalluntersuchung war hoch (20,9%, 18,7% und 32,0%). Die mittlere Differenz zwischen den Untersuchern und der Ultraschalluntersuchung lag bei 0,6 cm (95 % Konfidenzintervall: -2,4 bis 3,6). Die Sensitivität betrug 28,6%, 42,9% und 42,9%, die Spezifität 100%, 96,2% und 92,6% für die drei Untersucher und der Toleranzgrenze von 7,5 cm. Die Sensitivität und Spezifität für alle 3 Untersucher mit dem Ultraschall als Referenzstandard lag bei 37,5% und 96,2%.
In vitro wurden 24 hölzerne Zylinder als Modelle verwendet. Es wurden Sensitivität und Spezifität sowie die Wiederholbarkeit der manuellen Untersuchung unterschiedlicher Durchmesser ermittelt. Elf Untersucher haben die Durchmesser der 24 Modelle in 10 Durchgängen manuell geschätzt. Der Korrelationskoeffizient nach Pearson zwischen den Ergebnissen der Untersucher (n = 11) und den tatsächlichen Durchmessern der Zylinder betrug 0,78. Der Variationskoeffizient zwischen den Untersuchern und den Zylindern betrug 27,8%. Die Ergebnisse variierten stärker bei Modellen mit einem größeren Durchmesser (3,5 cm Durchmesser: Mittelwert ± Standardabweichung = 2,6 ± 0,9 cm; 10,5 cm Durchmesser: Mittelwert ± Standardabweichung = 13,2 ± 4,0 cm). Die Ergebnisse der Untersucher für die 7,5 cm-Zylinder lagen bei 7,4 ± 2,1 cm. Die Sensitivität betrug 79,4% und die Spezifität 92,5%. Mit Training konnte die Sensitivität und Spezifität auf 85,9% und 94,4% verbessert werden.
Die Ergebnisse belegen, dass die Befunde der vaginoskopischen Untersuchung zwar nicht perfekt ausfallen, die Vaginoskopie aber dennoch als angemessene Untersuchungsmethode von vaginalem Ausfluss angesehen werden sollte. Bezüglich der zweiten Studie zeigen meine Daten eindeutig, dass die Beurteilung von Durchmessern durch Palpation eine Herausforderung darstellt.
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1. EVALUATION OF VAGINOSCOPY FOR THE DIAGNOSIS OF CLINICAL ENDOMETRITIS IN DAIRY COWS (http://dx.doi.org/10.3168/jds.2011-4603)
2. EVALUATION OF TRANSRECTAL EXAMINATION OF THE CERVICAL DIAMETER BY PALPATION IN DAIRY COWS (http://dx.doi.org/10.3168/jds.2012-6061)
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Caroline Leutert
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