Welche persönlichen Meinungen und Ansichten verbinden Studierende mit der beruflichen Option, ein eigenes Unternehmen zu gründen? Dieser Fragestellung widmet sich die vorliegende Arbeit. Auf Grundlage der Theorie des geplanten Verhaltens (TPB) wird diese Fragestellung empirisch untersucht. Eine qualitative Elicitation-Studie dient dabei dem Hervorlocken der subjektiven Verhaltens-, normativen und Kontrollüberzeugen. Zwei weitere quantitative Studien resultieren in Ergebnissen zu den tatsächlichen Überzeugungsausprägungen, differentiellen Überzeugungen Studierender mit unterschiedlichen Ausprägungen von Gründungsintentionen und faktorenanalytisch gewonnenen Überzeugungsfaktoren. Darüber hinaus werden Überlegungen zur Zielgruppen- und Verhaltensspezifik in den empirischen Analysen verfolgt und die Praxis der häufigkeitsbasierten Selektion sogenannter salienter Überzeugungen wird kritisch reflektiert. Die Ergebnisse der Arbeit münden in einer Reihe von Empfehlungen für die universitäre Gründungsförderung sowie in der Reflektion der TPB selbst. Das Buch richtet sich damit an Personen mit praktischem Interesse an der Förderung von unternehmerischem Denken und Handeln sowie an Personen mit Forschungsinteressen im Bereich der TPB.
Astrid Lange
Einstellungen Einstellungen gegenüber dem Verhalten Elicitation-Studie Entrepreneurshipforschung Gründungsforschung Gründungsintentionen Intentionen Kontrollüberzeugungen Prinzip der Kompatibilität Salienz Studenten Studierende Subjektive Normen Subjektivität Theorie des geplanten Verhaltens
(von Malin Baruschke - OPTIMUS Redaktion) Wie wichtig sind GründerInnen-Profile für Startup-Unternehmen?
Im Mai 2012 erschien der neue Gründungsmonitor der KfW-Bankengruppe. Die Prognose: Auch im nächsten Jahr wird Deutschland keine Gründernation werden. Vor allem HochschulabsolventInnen sind mit knapp 14 % allgemein noch deutlich in der Minderheit unter den UnternehmensgründerInnen in Deutschland. Im Gegensatz dazu haben 43 % der GründerInnen eine Lehre oder Berufsfachschule absolviert oder keinen Berufsabschluss erlangt (30%). Der Ruf nach technologischem Wandel, Wachstum und vor allem nach Eigenverantwortung wird aber zunehmend lauter. Es werden Menschen mit den Qualitäten eines Unternehmers verlangt. Doch wie definieren sich diese? Hier warten Psychologen wie Astrid Lange mit Antworten auf. Ihr Buch „Subjektive gründungsbezogene Überzeugungen Studierender“ setzt bei der direkten Entscheidung an, was ein Individuum dazu bewegt als Entrepreneur zu agieren und welche Eigenschaften unternehmerische Qualitäten ausmachen. Bezogen darauf erforscht Lange auf der Grundlage der Theorie des geplanten Verhaltens (TPB), was ein junger Mensch ureigen mit der Gründung eines Unternehmens verbindet. Welche Konsequenzen werden als Herausforderung betrachtet? Welche als Belastung? Welche Rahmenbedingungen sind für den Schritt „Unternehmensgründung“ erforderlich? Welche Eigenschaften führen zum Erfolg? Zur Ermittlung dieser Grundlagen zerlegt die Autorin den Menschen in seine psychologischen Einzelteile. Die „personenfokussierte Entrepreneurship-Forschung“ ist ein Thema, welches in der Wirtschafts- und Bildungspolitik zunehmend an Bedeutung gewinnt. Langes Buch leistet hier einen grundlegenden Beitrag. Sie richtet ihre Arbeit zur wissenschaftlich begründeten Förderung von Entrepreneurship vor allem an Hochschulen und Lehranstalten. Die Studierenden sollen den Job „Unternehmer“ als selbstständigen Berufszweig wahrnehmen und für ihn sensibilisiert werden. Dafür zeigt die Autorin verschiedene Wege zur Unterstützung dieser auf und hilft den Lehrenden, gezielte Fördermaßnamen zu ergreifen. Denn eine Gesellschaft, in welcher das vermeintliche Sicherheitsdenken dominiert, hört den Ruf nach technologischem Wandel und Wachstum nicht. So wird sie nicht nur ökonomisch, sondern auch kulturell zurückfallen. Astrid Lange studierte Diplom-Psychologie an der Universität Potsdam. Seit dem Jahr 2007 ist sie als akademische Mitarbeiterin an der BTU Cottbus am Lehrstuhl für Organisation, Personalmanagement und Unternehmensführung tätig. Ihr Forschungsschwerpunkt an der Schnittstelle von Psychologie und Wirtschaftswissenschaften lässt sie eine Arbeit verfassen, welche nicht nur politische Realität, sondern auch interessante und fundierte psychologische Hintergründe optimal ausleuchtet.
()
(von Julia Pfrötschner - OPTIMUS Redaktion) Ausgezeichnet: Dr. Astrid Lange erhält den VBKI-Wissenschaftspreis - Wie lässt sich der Standort Berlin-Brandenburg stärken? Wie können in der Region vorhandene Potenziale in Wissenschaft und Wirtschaft ausgebaut und optimal genutzt werden? Um Antworten auf diese Fragen zu finden, hat der Verein Berliner Kaufleute und Industrieller (VBKI) zum zweiten Mal wissenschaftliche Arbeiten geehrt, die einen besonderen Beitrag zur Wissenschafts- und Wirtschaftsentwicklung im Raum Berlin-Brandenburg darstellen. Zu den PreisträgerInnen zählt auch Dr. Astrid Lange. Sie wurde mit dem VBI-Wissenschaftspreis für ihre Dissertation an der Universität Cottbus zum Thema „Subjektive gründungsbezogene Überzeugungen Studierender: Eine Untersuchung auf Grundlage der Theorie des geplanten Verhaltens“ ausgezeichnet. Als eine von insgesamt sechs PreisträgerInnen konnte Astrid Lange die zwölfköpfige Fachjury aus Vertretern von Universitäten und Fachhochschulen mit ihrer Arbeit zur Frage, welche psychologischen Faktoren eine Unternehmensgründung beeinflussen, überzeugen. Wie können gerade junge AkademikerInnen von ihren Universitäten bei dem Schritt in die Selbstständigkeit unterstützt werden? Die von Dr. Lange vorgestellten Ansätze zu diesem Thema waren es, die von den Entscheidungsträgern rund um deren Versitzenden Prof. Dr. Dr. h.c. Peter Deuflhard, Senior Professor für Angewandte Mathematik an der Freien Universität Berlin, gelobt wurden und nun mit einem Preisgeld von 3.000 Euro honoriert werden. Der VBKI-Wissenschaftspreis wurde in diesem Jahr bereits zum zweiten Mal vergeben und hat das Ziel NachwuchswissenschaftlerInnen zu unterstützen, deren Forschung Zukunftsideen für die Region Berlin-Brandenburg bereithält. Weitere Auszeichnungen vergab die Jury an Doktoranten und Masterabsolventen der Fachbereiche Prozesswissenschaft (Dr.-Ing.Matan Beery/ FU Berlin), Wirtschaftswissenschaften (Dr. rer. Pol. Markus Burger/ FU Berlin), Wirtschafts- und Sozialwissenschaften (Christian Freydank M.Sc./ Universität Potsdam) und Medizin (Dr. rer. medic. Anne Dunkel/ Charité Berlin). Die Preisverleihung findet am 28. Oktober 2013 statt.
()