Im deutschsprachigen Raum sind etwa 360.000 Menschen an CFS (Chronisches Fatigue Syndrom) erkrankt. Obwohl die Krankheit weltweit erforscht wird, weiß man wenig über sie. Die Ursachen können nicht eindeutig festgelegt werden und auch die Behandlung richtet sich nicht nach Leitlinien, sondern erfolgt bei jedem Patienten individuell. Selbst der Name der Krankheit ist umstritten.
Dennoch leiden die Patienten stark unter den Auswirkungen der Krankheit. Einige Erkrankte sind in ihrem Alltag derart eingeschränkt, dass sie pflegebedürftig werden.
Hinzu kommt, dass die Diagnose oftmals problematisch ist und die Patienten nicht ernst genommen werden. Auch die Akzeptanz und Aufklärung im Bekanntenkreis ist in der Regel gering.
Durch die aktuelle Pandemie könnte sich die Situation nun jedoch verändern. CFS ist als eine Langzeitfolge der COVID-19 Viruserkrankung bekannt. Spezialisten erwarten einen plötzlichen Anstieg der an CFS Erkrankten um weitere 100.000 Fälle alleine in Deutschland.
Dies lenkt die Aufmerksamkeit der Medizin auf diese Erkrankung und gibt den Langzeitbetroffenen, sowie den nun Neuerkrankten Hoffnung auf eine baldige Zulassung von Medikamenten.
Joachim Strienz
Dr. med. Joachim Strienz ist Facharzt für Innere Medizin und führt seit 1993 eine Praxis in Stuttgart. Neben der Behandlung von Schilddrüsenerkrankungen gehören Funktionsstörungen der Mitochondrien zu seinen Schwerpunkten.
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