„In diesem Erstlingsroman wird eine exemplarische Geschichte aufgerollt“, so las man es damals in der Süddeutschen Zeitung, nachdem Gernot Wolfgrubers Roman „Auf freiem Fuß“ erschienen war. Damit trat jemand auf den Plan, der das Erzählen wie selbstverständlich beherrschte und mit einem von Erfahrung geschärften Blick eine Welt ins Auge fasste, die bis dahin (und seither) kaum je für literatur'würdig' erachtet wurde: die Welt der Arbeitenden, die weiterkommen wollen auf der sozialen Leiter und doch von nichts weiter entfernt sind als davon, einfache Karrieristen zu sein. Das gilt auch ganz entschieden für den Helden dieses Romans, der in einer Textildruckerei eine Lehre beginnt und rasch wahrnimmt, wie Arbeit und Leben immer mehr auseinanderdriften und ihn zu einem Spagat zwingen, der ihn zu Fall bringen kann. Gernot Wolfgruber bleibt diesem jungen Mann unnachsichtig, aber mit erzählerischer Loyalität an der Seite.
Gernot Wolfgruber
„Bei Wolfgruber gewinnt die kalte und auf Rationalisierung zugerichtete Welt der Arbeit in den Augen seines jugendlichen Ich-Erzählers Gestalt, der sich gegen die demütigenden Arbeitsbedingungen auflehnt, ohne je eine kritische Haltung zu gewinnen.“ (Karl-Markus Gauß, Neue Zürcher Zeitung) „Ein Roman von seltener Intensität: Wer außer Wolfgruber beschreibt in der deutschsprachigen Literatur psychische Zerstörungen einer umrissenen sozialen Figur mit so erlebten, ganz und gar unausgeborgten Sätzen und in solcher Dichte?“ (Stephan Reinhardt, WDR) „Mit fünf zwischen 1975 und 1985 erschienenen Romanen hat sich der in Gmünd geborene Gernot Wolfgruber einen Rang als markantester Vertreter eines neuen Realismus in der heimischen Literatur erschrieben.“ (orf.at) Gernot Wolfgruber, geboren 1944 in Gmünd, Niederösterreich, lebt in Wien. Er veröffentlichte mehrere Romane und Drehbücher, u. a. „Herrenjahre“, „Niemandsland“, „Verlauf eines Sommers“, und „Die Nähe der Sonne“.
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