Albrecht Ludwig Berblinger, der Schneider von Ulm: eine literarische Verteidigung. Am 31. Mai 1811 stürzte er ab. Und 200 Jahre später ist seine Ehrenrettung längst überfällig.
Albrecht Ludwig Berblinger wagte etwas unerhört Neues. Als die Eisenbahn noch nicht erfunden war, als die Welt noch nicht einmal das Fahrrad kannte, baute er einen Flugapparat.
Mit diesem gelangen ihm an einem Hügel hinter Ulm die ersten Gleitflüge. Doch als er am 31. Mai des Jahres 1811 seine Sensation der Öffentlichkeit vorführte, fiel er in die Donau. Körperlich überlebte Berblinger den Absturz zwar, aber seine bürgerliche Existenz war ruiniert. Der Pionier ertrank im Spott, der Schneider von Ulm wurde zur Witzfigur. Warum aber hat das Publikum so gnadenlos reagiert? Warum wertete es die Courage des Schneiders als Überheblichkeit?
Diese fiktive Biographie unternimmt eine glaubwürdige Zeitreise in die Welt des Albrecht Ludwig Berblinger. Sie erzählt, wie er sich an eine Menschheitsutopie wagte. Sie ergründet und führt vor, was passiert, wenn ein Visionär scheitert. Und sie zeigt das hässliche Gesicht der Schadenfreude.
Johannes Schweikle gelingt mit seinem unaufgeregten Debütroman ein faszinierendes Plädoyer für einen Verkannten. Er unternimmt die anrührende und überzeugende Ehrenrettung eines vermeintlichen Versagers. Eines Mannes, der sein Leben nicht träumte, sondern der seinen Traum lebte.
Johannes Schweikle
1960 in Freudenstadt im Schwarzwald geboren, studierte Evangelische Theologie in Tübingen, Jerusalem und München. Seither lebt und schreibt er als Journalist in Hamburg. Aus der Distanz des Nordens entwickelte er einen empathisch-kritischen Blick auf den Süden. Seine Porträts, Essays und Reportagen erscheinen insbesondere in der ZEIT, bei GEO und in Merian. Mit dem Roman "Fallwind" gibt er sein literarisches Debüt.
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»Die Bedeutung dieses Pioniers wird ebenso anschaulich in den Blick des Lesers gerückt wei die seelische Zerrissenheit des Neuerers zwischen Hoffnung und Verzweiflung. Ein spannender Blick in seelische Zustände eines verkannten Helden der neueren Geschichte. Empfehlenswert für jede Bücherei.«
ekz
»Mit ›Fallwind‹ ist Johannes Schweikle mit detaillierter Recherche und mutiger Ausschmückung bis in die Dialogebene ein faszinierender Roman gelungen. Eine Würdigung des ›Schneiders von Ulm‹, eine Kritik an der Furcht vor dem Neuen. Eingebettet in die kompakte Geschichte der Flugpioniere, die er außerhalb der Romanhandlung anfügt. Wenige Szenen genügen, um den Geist der Zeit zu erfassen.«
Leipziger Volkszeitung, Leipzig Live
»Amüsant zu lesen und zudem aufschlussreich über Ulm um 1800.«
Schwäbische Zeitung
»Anders als Max Eyth, der sich in seinem 1906 erschienenen Roman ›Der Schneider von Ulm‹ eine Lebensgeschichte für seinen ›Brechtle‹ ausdachte, die auch in dem wenigen, was man über Berblinger weiß, von der Realität abweicht, belässt es Schweikle bei den bekannten biografischen Daten und verzichtet auf die Konstruktion einer vollständigen Biografie. Aus den biografischen Daten gestaltet er ein fiktives Alltagsleben, das keinem chronologischen Ablauf folgt. Der Verlauf wird außerdem immer wieder unterbrochen durch fiktive Berichte von Mitbürgern sowie Beiträge über die Geschichte des Fliegens und der Mobilität. Einige dieser historischen Abrisse machen deutlich, wie viele vor Berblinger schon den Traum vom Fliegen träumten, andere zeigen dass des Schneiders Platz in der Geschichte mit etwas mehr Glück, mehr Unterstützern oder mit anderer Herkunft ein ganz anderer hätte sein können.«
fehrgelesen.de
»Behutsam zeichnet Johannes Scheikle den Weg in die Katastrophe. Ein distanziertes Bild dieser besonderen Ulmer Gesellschaft zu Beginn des 19. Jahrhundert. Extravaganz wird zum Leitmotiv in diesem Roman, der den visionären Schneider einreiht in die erstaunlich lange Liste der Flugpioniere von Dädalus bis Zeppelin, die Berühmten und die Vergessenen.«
Tagblatt Anzeiger
»Die Rehabilitierung eines Bruchpiloten. Johannes Schweikle erzählt, wie der Schneider den Sturz überlebt, aber schließlich im Spott ertrinkt. Eine gelungene, literarische Ehrenrettung!«
SWR Landesschau KulTour
»Mit schnellen Personen-, Zeit- und Ortswechseln lässt Schweikle eine Gesamtansicht der Ulmer Szenerie und ihrer gesellschaftlichen Rahmenbedingungen erstehen - detailgenau und sprachlich gewitzt. Und dass Schweikle in den Roman handfeste Informationen über Flugpioniere im Speziellen und Erfinder im Allgemeinen einbettet, schmälert das Lesevergnügen keineswegs.«
Neckar Chronik
»Eine einfühlsame Ehrenrettung. Faszinierend gelingt es dem Journalisten Schweikle, sich nicht nur in die äußeren Gegebenheiten, sondern gerade in das Innenleben seiner Figur einzufühlen. Dabei fehlt es Schweikle trotz der Intensität des Textes nicht an Leichtigkeit, die sich in wunderbare Wortspiele hüllt. Nicht nur die die gelungene Ehrenrettung eines vermeintlichen Versagers, sondern ein großes, großartiges Buch, das liebevoll ein Leben zeichnet und darin auch das hässliche Gesicht der menschlichen Schadenfreude spielt.«
Neu Ulmer Zeitung
»Johannes Schweikles Geschichte changiert zwischen der Realität des Historikers und der Wahrheit des Erzählers. Er liefert das Buch zum Berblinger-Jubiliäum, das aus vielen kleinen Szenen zusammengesetzte Bildnis eines faszinierenden Visionärs.«
Südwest Presse
»Der Journalist Schweikle zeichnet ein glaubwürdiges und bewegendes Bild des Mannes, der lange als Prototyp lächerlicher Ambitioniertheit verkannt und erst spät als Flugpionier rehabilitiert wurde. Dabei gelingt es ihm, die gesellschaftlichen Zusammenhänge vor 200 Jahren höchst modern darzustellen. Statt die Arroganz der Nachgeborenen herauszufordern, führt der Autor uns vor Augen, dass die gleichen Mechanismen, an denen Berblinger zerbrach, noch heute wirken: wirtschaftliche Interessen gehen vor Vernunft, Macht und Borniertheit vor Loyalität, Sensationslust vor Gerechtigkeit. Ein eindrucksvolles Buch über die Tragik eines schöpferischen Geistes, der vor seiner Zeit gelebt hat. Unterhaltsam, lehrreich, blendend geschrieben.«
ekz
»Eingebettet in die Schilderung der Zeitläufte und der Gesellschaft Ulms gewinnt unversehens die ungefähre Figur des Berblingers scharfe Konturen und wird real. Eine sehr erfreuliche Wiedergutmachtung an dem ›Schneider von Ulm‹!«
Tilo Prückner, »Schneider von Ulm«-Darsteller im gleichnamigen Edgar-Reitz-Film von 1978
»Eingebettet in die Schilderung der Zeitläufte und der Gesellschaft Ulms gewinnt unversehens die ungefähre Figur des Berblingers scharfe Konturen und wird real. Eine sehr erfreuliche Wiedergutmachtung an dem ›Schneider von Ulm‹!«
Tilo Prückner, »Schneider von Ulm«-Darsteller im gleichnamigen Edgar-Reitz-Film von 1978
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