Akten der Staatssicherheit aus dreieinhalb Jahrzehnten, die in diesem Buch ausgebreitet und erstmals veröffentlicht werden, spiegeln vordergründig die Biographie eines Journalisten wider. Gleichzeitig macht der "Fall Fricke" exemplarisch, daß nicht aus Willkür geschah, was sich ereignet hat: Ein Menschenraub in West-Berlin, die totale Isolierung in der Untersuchungshaft des MfS, ein Geheimprozeß vor dem Obersten Gericht der DDR, "Sozialistischer Strafvollzug" in Bautzen. Am eigenen Beispiel weist der Autor nach, daß seine politische Verfolgung nur auf dem Hintergrund des Herrschaftssystems im Staat der SED Realität werden konnte. Diese Feststellung trifft ebenso auf seine spätere "politisch-operative Bearbeitung" durch das MfS als leitender Redakteur beim Deutschlandfunk zu. Das Buch wird dadurch zu einem Zeitdokument zur Aufarbeitung der DDR-Vergangenheit.
Karl Wilhelm Fricke
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