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Der Aufbau der Bilder von Ute Ostermann ist komplex – und doch einfach. Auf weißem
Bildgrund treffen – scheinbar lapidar und zufällig – Farb-Form-Gebilde, subtile Verläufe
und Verknotungen von Linien aufeinander, die in ihrer Schlichtheit sich doch jeder be-
grifflichen Festlegung und Beschreibung entziehen. Die Bilder bringen ein autonomes Ge-
schehen zur Anschauung, das doch über die Bildgrenzen hinauswächst, ausschnitthaft ein
übergreifendes Ganzes zu vermuten gibt. Diese Antagonismen lassen sich nicht zusammen-
führen. Gegensätze und Widersprüche sind Bestandteil und Ausdrucksweise der Bilder von
Ute Ostermann. Sie spricht in Bezug auf ihre Werke von Kompositionen und benennt damit
ihren interdisziplinären Ansatz, dem Studien sowohl der Malerei und Grafik als auch der
Musik zugrunde liegen. Aus Eindrücken und Erfahrungen ihrer gelebten Umwelt schafft
sie durch Verschiebung und Auflösung von Proportionen und Ordnungen neue Zusammen-
hänge, deren System an den Prinzipien und Formen der Neuen Musik ausgerichtet ist. Das
Bild begreift Ute Ostermann als Partitur, als polyphone Zusammenstellung unterschiedli-
cher Stimmen, Tempi und Artikulationen.
Ute Ostermann
Ausstellungskatalog Kunstverein Bochumer Kulturrat Ute Ostermann