Bereits auf der Materialebene nutzt die Künstlerin die Widersprüchlichkeiten ihres Werkstoffs: die Glätte des
Glases ebenso wie seine schneidende Schärfe, seine Transparenz ebenso wie seine Eigenschaften, das Licht zu
brechen und den optischen Sinn zu stören, seine Härte und seine Zerbrechlichkeit...
Die Wahrnehmung einzelner Elemente ist teilweise durch den Materialcharakter erschwert, Unschärfe und
Verborgenes wirken geheimnisvoll und stimulieren die je eigene Phantasie des Betrachters.
Die formale, auf die Architektur bezogene Strenge der Installation steht in Gegensatz zur poetischen Anmutung
dieser „Landschaft des Denkens“, wie die Künstlerin selbst ihr Ensemble nennt. Denn
im
Glas und
mit
Glas hält
uns Gerda Schlembach einen Spiegel vor: wir können uns darin gleichsam beim Denken zusehen und erfahren
Einiges über kognitive Prozesse der Reizverarbeitung, des Erkennens und Speicherns in der Erinnerung...
Gerda Schlembach
Ausstellungskatalog Gerda Schlembach frozen flow