Clara gehört nicht zu den Frauen, die nach dem Wochenbett in ultrabequeme Hausanzüge aus dem Versandhaus für Kaffeespezialitäten schlüpfen, deren Redegewandtheit nur mehr in den blumigen Beschreibungen von Body, Brei und Buggy zu erahnen ist oder für die das Muster des selbstgemachten Marmorgugelhupfs zum Inbegriff weiblicher Selbstverwirklichung wird. Nein, Clara sieht im Muttersein eine Schlüsselqualifikation für den beruflichen Erfolg. Sie erkennt, dass Babys nicht immer nur süß sind und sich hinter jedem englischen Modewort der Männer-Business-Welt auch nicht mehr verbirgt als ein Anfängerkurs für das, was sie als Mutter an Managementfähigkeiten erworben hat. Kurzum: Clara krempelt die Ärmel hoch und steigt nach dem ersten Babyjahr mit neuem Selbstbewusstsein in ihren alten Job ein. Von null auf über 100 sozusagen. Gestärkt durch die Herausforderungen des Mutterseins, rechtfertigt sie sich nicht für ihre „Auszeit“, und das Wort „Babypause“ wagen sogar ihre verblüfften Kollegen nicht mehr in den Mund zu nehmen. Dieser Erfahrungsbericht zeigt auf spritzig-humoristische Weise, dass junge Mütter aus ihrem ersten Babyjahr nicht nur Bio-Babybrei-Rezepte, sondern eine unerschöpfliche Vielfalt an Schlüsselqualifikationen für ihren Job mitnehmen.
Dagmar Fetz-Lugmayr
Baby Babypause Doppelbelastung Frauen Karenz Karriere Mutterschaft