Die in Einzelbänden (pro Halbjahr 2 Titel) erscheinende Werkausgabe der Schriften Paul Parins wird in acht Bänden das gesamte schriftstellerische Werk, in fünf Bänden alle deutschsprachigen wissenschaftlichen Werke, in drei Bänden ausgewählte Korrespondenz und in einem Band Bibliographie und Materialien umfassen.
Jeder Band wird neben den aus dem Nachlass rekonstruierten Originaltexten vertiefende Beiträge und Kommentare enthalten.
Herausgegeben wird die Werkausgabe von Johannes Reichmayr (Wissenschaft), Michael Reichmayr (Literatur), Ursula Rütten (Korrespondenz), Christine Korischek (Bibliographie und Materialien)
Paul Parin
Noch in der ehemaligen Habsburgermonarchie geboren, wuchs Paul Parin (1916–2009) auf dem elterlichen Gutsbesitz in der Untersteiermark auf.
Er studierte Medizin in Graz, Zagreb und Zürich, wo er 1943 promovierte. Während des Zweiten Weltkrieges war Parin u.a. in der Flüchtlingsarbeit engagiert und von 1944 bis 1945 im Rahmen der Schweizer Ärzte- und Sanitätshilfe bei der jugoslawischen Befreiungsarmee im Einsatz.
1958 war er Mitbegründer des Psychoanalytischen Seminars Zürich. Gemeinsam mit Goldy Matthèy-Guenet (1911–1997) und Fritz Morgenthaler zählt Parin zu den BegründerInnen der Ethnopsychoanalyse. Von 1954 bis in die 1970er Jahre unternahmen sie Forschungsreisen nach Westafrika. Ergebnis waren die Studien Die Weißen denken zuviel. Psychoanalytische Untersuchungen bei den Dogon in Westafrika (1963) und Fürchte deinen Nächsten wie dich selbst. Psychoanalyse und Gesellschaft am Modell der Agni in Westafrika.
Seine Kindheits- und Jugenderinnerungen, die Erlebnisse im Partisanenkrieg, die Erfahrungen der Afrikareisen sowie seine Arbeit als Psychoanalytiker und politisch engagierter Zeitgenosse flossen in sein literarisches Werk seit 1980 ein.
Antifaschismus Ethnopsychoanalyse Psychoanalyse