In seinem autobiografischen Roman schildert Valentin Polánšek seine Jugendjahre von 1941 bis 1945 in Südkärnten und Slowenien, die von Gewalt und existenziellen Verlusten geprägt sind – vom Terror der SS, Bespitzelung, Deportation, Verfolgung und, letztlich, der Ermordung eines großen Teils seiner Familie.
Der Urgroßvater, Onkel und Tante werden am eigenen Hof umgebracht, der Vater deportiert und in Dachau getötet, Bruder und Schwester fallen beim Peršmanhof der nationalsozialistischen Gewalt zum Opfer.
Die Dohlen scheinen dem Heranwachsenden mit ihrem Schrei, wie schon in den Geschichten seiner Großmutter, die Tragödie anzuzeigen, als er aus dem Internat in Kranj heimkehren muss, um die verbrannten Leichen seiner Angehörigen zu identifizieren.
Gesang der Dohlen ist ein detailgetreues, bestürzendes Zeugnis des Alltags und des Widerstands in einer Region, die mit dem Kampf ihrer überwiegend slowenischsprachigen Bevölkerung gegen das NS-Regime entscheidend zur Befreiung Österreichs beigetragen hat. Nun erscheint dieses literarische Zeitdokument eines der bedeutendsten slowenischsprachigen Autoren Österreichs erstmals auf Deutsch.
Valentin Polánšek
Valentin Polánšek (1928–1985), österreichischer slowenischer Schriftsteller, Dichter, Komponist und Lehrer; Gründer und Leiter des Obirski ženski oktet (Ebriacher Frauenoktett); erster Obmann des Slowenischen Schriftstellerverbandes in Österreich (DSPA); Organisator der Internationalen Schriftstellertreffen in Ebriach, Mitglied des Kärntner Schriftstellerverbandes und des P.E.N.
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