Entdeckungen und Imaginationen eines Reisenden verbinden sich zu einem Mosaik unterschiedlicher Stimmen und Quellen. Transkripte von Gesprächen, Radio- oder TV-Sendungen, Zitate aus Literatur, Geschichte und Ethnologie flankieren spiralförmige Reisebewegungen, die in abgelegene Gegenden führen. Berichte von paranormal activities lassen allgegenwärtige Paranoia und real existierende Bedrohung spürbar werden. Elementare Glücksmomente bieten demgegenüber schier endlose Roadtrips sowie die Erotik von Landschaften, aus deren Ruinen der animistische Geist der Indigenen neue Kraft zu schöpfen scheint. In einem Infraschall-Experiment, durch Cruisen in konstanter Geschwindigkeit die beiden Hirnhälften zu synchronisieren, werden Zeit und Raum ausgeschaltet, um Schleusen zum contact with space (Aliens), aber auch in die Kolonialgeschichte mit ihren Genoziden zu öffnen.
Mit seiner fraktalen, hyperrealistischen und zugleich traumhaften Text- und Bild-Collage gelingt es Thomas Antonic, ein Land von der Größe eines Kontinents in all seiner hybriden Totalität und Dynamik poetisch zu kartographieren. Ein pulsierender Reisebericht von analytischer Schärfe und beeindruckender formaler Transgression.
Thomas Antonic
Thomas Antonic, geboren 1980 in Bruck an der Mur, ist Autor, Musiker, Filmemacher, Multimedia-Performer und promovierter Literaturwissenschaftler. Leitet an der Univ. Wien das Forschungsprojekt „The Beat Generation and Austria“, mehrere längere Aufenthalte in den USA. Lebt und arbeitet in Wien. Zahlreiche Publikationen und Auszeichnungen, zuletzt: Literaturstipendium der Stadt Graz 2018, Erzherzog-Johann-Forschungspreis 2019. Sein Dokumentarfilm „One more Step West Is The Sea“ über die Beat-Poetin Ruth Weiss wurde 2021 bei der Diagonale in Graz uraufgeführt und gewann im Herbst 2021 die New York Independent Cinema Awards in der Kategorie „Best International Documentary“.
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