Die Welt ist alles, was der Fall ist. Carl Weissner macht ernst damit. Sein New Yorker Nachtjournal 1968 ist authentische Zeitgeschichte, erlebt und aufgeschrieben im Zentrum des Undergrounds, zwischen bewaffneten Revoluzzern, wortgewaltigen Dichtern, schrägen Film- und Theaterleuten und Stars der Pop Art.
Für seinen Roman "Manhattan Muffdiver" hat er letztes Jahr sensationelle Kritiken bekommen. Jetzt legt er nach: Mit einer furiosen Revue aus New York im Umbruchsjahr 1968.
Es treten auf: Ron Tavel und Mary Woronov aus Warhols Factory; Ray Bremser, Jazzpoet der Beat Generation; Al Pacino als radikaler Kabarettist; William Burroughs, Janis Joplin, Ed Sanders (The Fugs) und Charles Bukowski.
Dazu bewaffnete Revoluzzer, eine Attentäterin, Vietnamkrieger auf Heimaturlaub, Freaks mit Dynamitstangen, Politiker und Militärs von verblüffender Selbstherrlichkeit und Gefährlichkeit.
Weissner scheut keine Polemik und keinen Sopranos-Effekt, um das Erlebte und seine Ansichten auf den Punkt zu bringen. Das Ergebnis: rasante Lektüre.
Prosa gegen das Elend der Normalität!
Carl Weissner
1968 Beat Generation Charles Bukowski Janis Joplin New York Pop Art William S. Burroughs